Im Auftrag der Liebe: Wenn eine Ehe zur Todesfalle wird

Shownotes

Ein True-Crime-Fall aus Mittelfranken: Im Raum Gunzenhausen soll eine Ehefrau gemeinsam mit ihrem Geliebten einen Mord an ihrem Ehemann geplant haben – während dieser in Thailand im Urlaub war.

Im Podcast „Abgründe“ sprechen wir über einen außergewöhnlichen Fall von Anstiftung zum Mord, der vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verhandelt wurde. Im Zentrum stehen eine toxische Ehe, eine Affäre am Arbeitsplatz, Abhörwanzen im eigenen Haus und ein vermeintlicher Auftragsmörder, der das Geld nahm – aber nie handelte.

Gerichtsreporterin Marlene Weyerer (NN.de) war beim Prozess dabei und ordnet ein:

-den Ablauf der Ermittlungen -die Rolle der einzelnen Beteiligten -das Motiv hinter dem Mordplan

Ein Fall, der zeigt, wie schnell private Konflikte eskalieren können – und wie schwer es ist, im Gerichtssaal klare Täter- und Opferrollen zu ziehen.

🎙️ True Crime aus Franken 🎧 Podcast: Abgründe – Verlag Nürnberger Presse - mehr dazu auf NN.de und nordbayern.de.


Vor 80 Jahren begann im Nürnberger Justizgebäude das Internationale Militärtribunal zur Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Zum Jahrestag am 20. November 2025 veröffentlicht das Memorium Nürnberger Prozesse zusammen mit dem Games Studio Playing History das Serious Game "Tribunal 45". Es versetzt die Spielerinnen und Spieler in die Rolle der Juristin Aline Chalufour, die 1945 Teil des französischen Anklageteams war. https://tribunal45.de/

Transkript anzeigen

00:00:03: Abgründe

00:00:04: der Kriminalpodcast

00:00:06: des Verlags Nürnberger Presse.

00:00:08: Echte Verbrechen, echte Fälle.

00:00:11: Mit unseren Gerichts- und Polizeireporterinnen und Reportern.

00:00:22: Herzlich willkommen bei Abgründe dem True Crime Podcast des Verlags Nürnberger Presse.

00:00:26: Mein Name ist Franziska Wagenknecht und neben mir sitzt meine Kollegin Marlene.

00:00:29: Hallo Marlene.

00:00:30: Hi.

00:00:31: Dicht kennt man jetzt noch nicht aus dem Podcast.

00:00:34: Stelle dich doch mal vor.

00:00:36: Ich heiße Marlene Weierer und ich bin Redakteurin hier bei den Nürnberger Nachrichten, um genau zu sein, eigentlich beim Altmühlboten.

00:00:45: Das ist quasi die Lokalausgabe der Nürnberger Nachrichten und um Gunstenhausen.

00:00:51: Und genau.

00:00:52: Und da bist du dann quasi und du arbeitest dann von Gunstenhausen aus oder du bist noch an der anderen Redaktion, ne?

00:00:56: Das stimmt, ja.

00:00:57: Ich hatte Gunstenhausen, weil das für heute der Fall ist sozusagen erwähnt.

00:01:00: Ansonsten, ich teile meine Zeit auf.

00:01:02: Zum Teil, wenn ich Lokalredakteure nehme in Gunstenhausen und zum Teil in Schwabach und Rot und ich berichte über alles, was so passiert in den jeweiligen Orten und Umgebungen.

00:01:12: Und was auch dazu gehört, sind natürlich Verbrechen, die in deiner Region, wo du Berichtest stattfinden und über eins reden wir heute.

00:01:19: Genau.

00:01:20: So viele Verbrechen haben wir dann auch nicht, muss man sagen.

00:01:23: Also, es ist eigentlich eine eher ländliche Region, in der sagen wir mal, die Welt noch ziemlich in Ordnung ist.

00:01:30: Deswegen war das ziemlich großer Fall für uns letztes Jahr.

00:01:34: Der Fall ist auch, ich hab ihn auch recherchiert und hab viel gelesen darüber.

00:01:40: Je mehr ich gelesen habe oder als ich eingestiegen bin, dachte ich mir, wie absurd ist diese Geschichte eigentlich.

00:01:46: Also, wenn man die erst mal liest ... Dann denkt man sich, was ist da passiert?

00:01:50: Das liest sich eigentlich wie ein Krimi, aber eher wie einer mit so einem, sage ich mal, nicht ganz ausgereiften Drehbuch im Ernst.

00:01:57: Ein

00:01:57: schlechter Krimi,

00:01:58: ja.

00:01:58: Genau.

00:01:58: Und wenn man aber dann so ein bisschen mehr reingeht, merkt man auch, dass in der Geschichte, also lustig ist sie sowieso nicht, schon mal vorab, und dass da eigentlich auch ziemlich viel, ja, auch menschliche Schicksale natürlich dahinterstehen, wie in jedem Fall eigentlich auch.

00:02:14: Die Protagonistin unserer Geschichte heute ist Anna Ahr.

00:02:18: Marlene, nimm uns doch mal ein bisschen mit in das Leben von Anna.

00:02:21: Also Anna, die natürlich in echt anders heißt, wir haben alle Namen geändert für die Geschichte, ist aus der Umgebung rund um Gunzenhausen.

00:02:31: Und wir fangen ihre Geschichte damit an, sie lernt ihren Mann kennen.

00:02:35: Das ist es, das ist sie, das ist sie, sie ist ca.

00:02:39: vier Jahre älter.

00:02:41: Ein Jahr später bekommen sie bereits ihren ersten Sohn.

00:02:45: Und genau, später kommt noch ein Sohn dazu.

00:02:48: Und noch um einiges später zwei Töchter.

00:02:54: Das ist dann noch mal fünf Jahre später.

00:02:56: Da ist sie gerade zum zweiten Mal schwanger.

00:02:59: Gründet das Paar zusammen einen Handwerksbetrieb in Gunzenhausen.

00:03:03: Er ist in der Werkstatt.

00:03:04: Sie kümmert sich um die Kinder und ums Büro.

00:03:07: Das geht so lange gut, bis die Firma größer wird.

00:03:10: Und die Familie auch.

00:03:12: Es kommt dann irgendwann diese erste Tochter.

00:03:15: Und Anna A. stößt an ihre Grenzen.

00:03:18: Also, es wird ja alles irgendwie zu viel.

00:03:20: Gleichzeitig ist sie auch noch gesundheitlich alles andere als auf der Höhe.

00:03:25: Sie bekommt Brustkrebs, hat zwei Schlaganfälle, die auch körperliche Spuren hinterlassen.

00:03:29: Also sie hat bis heute eine Behinderung deswegen.

00:03:32: Sie muss herzoperiert werden auch deswegen.

00:03:36: hat mehrere Reha-Aufenthalte, bekommt auch psychische Probleme nach dem Ganzen.

00:03:41: Also Depressionen werden unter anderem diagnostiziert.

00:03:45: Und trotzdem kümmert sie sich aber die ganze Zeit noch um diese Familie.

00:03:50: Hat selbst in der Reha den Laptop dabei, macht dort die Büroarbeiten.

00:03:55: Sie hat vor Gericht gesagt, sie hat oft um Hilfe gebeten, aber niemals welche bekommen.

00:03:59: Das klingt auch ganz schön hart.

00:04:00: Vier Kinder, so körperlich schwer angeschlagen und dann noch nebenbei irgendwie den Betrieb der Familie managen.

00:04:07: Das klingt auch nach ganz schön viel.

00:04:09: Ja, diese Überforderung ist auch relativ wichtig, weil sie später im Laufe des Verfahrens immer mal wieder als, sagen wir mal, Argumenten für die Taten von ihr gilt.

00:04:19: Wie geht es dann weiter mit ihr?

00:04:20: Sie ist in dieser Situation verzweifelt, überarbeitet, gesundheitlich angeschlagen.

00:04:26: Da lernt sie einen Mann kennen.

00:04:28: Ja.

00:04:29: Einer der Firmenmitarbeiter, wir haben ihn Hans B. genannt, hilft ihr im Haushalt.

00:04:34: Es haben hin und wieder Mitarbeiter der Firma gemacht, die wurden quasi in ihrer Arbeitszeit haben, die Stadt in der Firma zu arbeiten, mal im Haushalt geholfen.

00:04:43: Also im Haushalt helfen im Sinne von mal die Spielmaschine ausräumen oder mal so Handwerksarbeiten machen?

00:04:48: Genau, einfach bei ihr aushelfen, weil sie, wie gesagt, körperlich gerade sehr angeschlagen war und der man nun mal auch den ganzen Tag in der Werkstatt war.

00:04:57: Und sie Hilfe brauchte.

00:04:59: Das heißt, so haben sie sich kennengelernt.

00:05:00: So haben sie sich angefreundet.

00:05:02: Und aus dieser Freundschaft wurde nun ja eine Affäre, also ein intimes Verhältnis.

00:05:08: Mhm.

00:05:09: Wann war das ungefähr so?

00:05:12: Wann diese erste Affäre ist, weiß ich gar nicht.

00:05:15: Das wurde nie mit Zahlen benannt.

00:05:17: Aber das muss vor zwanzig zwanzig gewesen sein.

00:05:23: Irgendwann so um den Dreh wahrscheinlich.

00:05:25: Und wie lang ging diese Liebesbeziehung?

00:05:27: Wissen wir leider auch nicht, weil im Endeffekt ging es um diese erste Liebesbeziehung nicht so sehr.

00:05:33: Man weiß aber, sie wurde beendet, weil der Mann das mitbekommen hat.

00:05:36: Er hat damals den Geliebten, den Hans B. aus der Firma geschmissen und die Ehe ist aber erst einmal bestehen geblieben.

00:05:45: Trotz der Affäre quasi der Frau.

00:05:48: Genau.

00:05:50: Diese Andreas A., von dem haben wir jetzt schon mal gesprochen, also der Mann von Anna.

00:05:54: Wie würdest du den so beschreiben?

00:05:56: Dazu muss ich sagen, ich hab ihn nie live gesehen.

00:05:59: Er war nur beim ersten Tag des Gerichtsverfahrens da.

00:06:03: Und wir haben uns das Gerichtsverfahren aufgeteilt, je nachdem, wer gerade da war, sozusagen.

00:06:07: Und da war ein Kollege dort.

00:06:10: Er hat außerdem, dementsprechend, konnte man auch vor Ort nicht so viel von ihm Eindruck gewinnen.

00:06:16: Er hat von seinem Aussage Verweigerungsrecht Gebrauch gemacht.

00:06:19: Er wurde in den Zeugen standgerufen, hat gesagt, wer er ist und gesagt, er sagt nichts und ist wieder gegangen.

00:06:24: Ähm ... Aber über den Fall hinweg haben sich natürlich verschiedene Sachen gesammelt.

00:06:32: Da ist zum einen das sagen wir mal positive, also die beste Freundin von Anna Ahr, die später auch noch eine Rolle spielen wird, bezeichnet ihn als gutmütigen Menschen, der aber, und das hatten wir ja vorhin schon, er arbeitet die ganze Zeit und sie hat gesagt, wenn er daheim war, da eigentlich nur geschlafen.

00:06:52: Die Freundin sieht ihn als eigentlich ganz netten Typen, der aber seine Frau relativ allein gelassen hat.

00:06:57: Gegen den Fakt des ganz netten Typen sprechen ein paar Nachrichten, die auch vorgelesen wurden vor Gericht.

00:07:05: Nachrichten von ihm an seine Frau, oder?

00:07:07: Ja, also Chat-Nachrichten zwischen den beiden.

00:07:10: Ähm, die, das sei vielleicht dazwischengesagt, ab zwanzig, zwei tausend zwanzig.

00:07:19: ist Andreas A. regelmäßig in Thailand im Urlaub, entweder ganz alleine oder mit ein oder mehreren Freunden.

00:07:27: Auch da weiß man natürlich nicht, was er genau gemacht hat, wurde auch nicht genauer beschrieben, aber Männer, die alleine nach Thailand in den Urlaub fahren.

00:07:37: Männer, die alleine nach, es gibt ja so bestimmte Orte, würde ich mal sagen.

00:07:41: Der ist ja nach Pattaya gefahren mit seinen Kumpels.

00:07:43: Vier Wochen am Stück oder sowas.

00:07:45: Zum Teil ja, sehr lange.

00:07:46: Das ist jetzt kein ... Es ist ein Vorurteil, sag ich jetzt mal.

00:07:50: Aber diese Orte sind ja dafür bekannt, dass da europäische Männer Urlaub machen, um junge Frauen kennenzulernen.

00:07:59: Ja.

00:07:59: Und zumindest von einem seiner Kumpels wissen wir auch, dass er dort vor allem mit deiner Frau angewandelt hat.

00:08:04: Aber ... Sie hat gesagt, sie konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht mit.

00:08:10: Irgendwer musste sich auch um alles kümmern.

00:08:11: In der Zeit, in der er immer weg war, war sie ganz alleine zuständig für vier Kinder und eine Firma.

00:08:15: Und das immer noch in einem prekären gesundheitlichen Zustand.

00:08:21: Also, das war noch Phasen, in denen sie sich besonders alleine gefühlt hat.

00:08:24: Und in diesen Phasen oder gegen Ende kamen diese Chat-Nachrichten zustande, die vorgelesen wurden.

00:08:30: Und ... Also, ich hab mir zwar ein paar aufgeschrieben, aber so ganz genau will ich sie gar nicht vorlesen, aber es sind so ... Er hat sie zu sexuellen Handlungen quasi gedrängt.

00:08:41: Zum Beispiel Oralsex hat er gesagt, dass er das machen will, wenn sie zurück ist, wo sie immer geantwortet hat, nee, das schmeckt mir doch nicht oder so was.

00:08:50: Die beiden sind zu dem Zeitpunkt, der zwanzig Jahre verheiratet, der wird wissen, was ihr nicht gefällt sozusagen.

00:08:56: Oder er hat zwischendurch gesagt, dass er besonders harten Sex von ihr will.

00:09:02: Und sie hat gemeint, es würde ihr wehtun und auch wegen ihrer Behinderung nicht gehen.

00:09:06: Und er hat dann aber gesagt, nee, das machen wir, wenn ich zurück bin und so.

00:09:11: Er hat auch Nacktbilder von ihr haben wollen und dann geschrieben, dass er so masturbiert hat.

00:09:16: Also ... waren sehr unangenehme

00:09:20: nach.

00:09:20: Ist es ein bisschen unangenehm?

00:09:21: Ich meine, interessant, dass er irgendwie in Thailand sitzt und dann an seine Frau denkt.

00:09:26: Und auch sexuell an seine Frau denkt, ist ja fast bisschen ... bis auf die Tatsache, dass er sie offenbar zusammenbringen will, die sie nicht möchte.

00:09:34: Ja, und wie gesagt, es war ein sehr unangenehmer Nachrichten.

00:09:38: Also,

00:09:39: die klingen nicht nach netten Kerl, der mal eben ... einfach nur im Urlaub ist.

00:09:46: Und es wurde auch skurril, also irgendwann hat er auch geschrieben, er möchte hundertmal Sex in hundert Tagen von ihr, und dafür kriegt sie auch eine Katze oder so was.

00:09:53: Oh,

00:09:53: okay.

00:09:55: Ja.

00:09:56: Es wurde auch lange debattiert, ob man diese Nachrichten überhaupt vorliest, weil die nun mal sehr privat sind.

00:10:01: Aber es war für das mögliche Motiv von ihr nun einmal wichtig.

00:10:06: Ist auf jeden Fall ein bisschen bezeichnend für das Verhältnis zwischen den beiden.

00:10:10: Ja.

00:10:11: Und sie hat auch, während seines letzten Urlaubs, um den es dann auch gehen wird, wurden Aufnahmen von ihr gemacht.

00:10:19: Und in denen sagt sie ... dass er sie misshandelt in irgendeiner Form und dass sie Angst vor seiner Rückkehr hat.

00:10:27: Die Staatsanwaltschaft sieht das zwar nicht hundertprozentig als wahr an, weil sie das in deren Augen quasi als Druckmittel benutzt, das zu sagen.

00:10:36: Aber prinzipiell haben wir auch da eine Aussage, die, sagen wir mal, gegen Andreas A. spricht.

00:10:45: Also es ist quasi ein bisschen zweifelhaft Wasser genau für ein Typ ist.

00:10:49: Ja.

00:10:50: Und ... diese Liebesbeziehung zwischen Anna A. und Hans B. Die Flamnte, obwohl sie mal getrennt waren zwischenzeitlich, weil die Affäre ans Licht kamen, wieder auf.

00:11:01: Wie kam es denn dazu?

00:11:03: Während eines Thailand-Urlaubs ihres Mannes oder während eines Thailand-Urlaubs von Andreas A. hat Hans B. ihr geschrieben, also beziehungsweise über ihre beste Freundin, die ich vorhin schon erwähnt habe, Kontakt mit ihr aufgenommen.

00:11:22: Und ... das fing dann wohl relativ direkt auch wieder an.

00:11:29: Und das war quasi nur ein erster Urlaub in diesem Jahr.

00:11:33: Kurz darauf ist er noch mal in den Urlaub.

00:11:36: Eventuell, weil Anna A. ihn dazu mehr oder minder gedrängt hat.

00:11:40: Das ist auch so ein Thema.

00:11:42: Also, von welchem Zeitraum sprechen wir ... Der erste Urlaub war im Januar, wenn ich das richtig gelesen hab, ne?

00:11:47: Genau.

00:11:48: Andreas A. ist zwei Wochen im Urlaub im Januar, zwanzig, dreiundzwanzig, Freund und auch Mitarbeiter von ihm, also einer seiner.

00:11:58: Also er ist der Chef von diesem RWE, haben wir ihn genannt.

00:12:01: Das ist dann auch später ein Zeuge.

00:12:03: Ähm, und genau, sie sind zwei Wochen weg.

00:12:08: RWE lernt in der Zeit eine Frau kennen, deswegen wissen wir, dass das zumindest für einen Freund von ihm ein Thema ist.

00:12:15: Und ist deswegen eigentlich ganz zufrieden, mit dem Gedanken kurz darauf wieder hinzufliegen.

00:12:20: Und RWE hat im Zeugenstand eben gesagt, dass Anna A. ihn, wer der Minder dazu gedrängt hat, möglichst bald und möglichst noch mal für längere Zeit mit ihrem Mann nach Thailand zu fliegen.

00:12:31: Der

00:12:31: zweite Urlaub war dann wann?

00:12:32: Im März, also wirklich nicht

00:12:34: lange danach.

00:12:35: Und der auch gleich vier Wochen

00:12:36: lang.

00:12:37: Genau.

00:12:39: Jetzt, was ist während dieses Urlaubs passiert?

00:12:42: Also quasi Andreas A. ist im Urlaub, seine Frau ist zu Hause, ist ganz froh, dass er nicht da ist, hat Hans B. zu Besuch und die machen sich da eine schöne Zeit.

00:12:50: Beim ersten Urlaub, genau.

00:12:52: Wird das wohl einfach nur da rausgelaufen sein?

00:12:54: Genau.

00:12:55: Und dann wollte sie gerne, dass er noch mal fährt.

00:12:57: Und

00:12:58: war das für Andreas A. in Ordnung?

00:13:01: Andreas A. hat irgendwie Verdacht geschöpft.

00:13:04: Der hatte schon davor das Gefühl, dass seine Frau ihn wieder betrügt.

00:13:09: Während dieses ersten Urlaubs im Januar, hat er nach einem Papier seinem Freund gesagt, ich hab irgendwie, ja ... den Verdacht, die Vermutung, da ist was.

00:13:22: Und die beiden sind dann auf die Idee gekommen, an das Auto mit einem Sender auszustatten, um in der Ferne zu sehen, wo sie denn so hinfährt.

00:13:32: Deswegen kann es auch sein, dass Andreas ... Wir haben seine Aussage nicht, deswegen ist das jetzt Mutmaßung, aber vielleicht ist er auch relativ freiwillig, direkt wieder nach Thailand geflogen, weil er sich dachte, so kann er mal überprüfen, was sie denn eigentlich treibt, während er weg ist.

00:13:45: Und was hat sie getrieben, wohin ist sie so gefahren?

00:13:47: Ja, das war leider nicht sehr aussagekräftig.

00:13:49: Sie ist nicht viel durch die Gegend gefahren.

00:13:52: Wir wissen im Nachhinein auch, dass Hans B. eher bei ihr war.

00:13:55: Deswegen hat ihm das gar nicht so viel gebracht mit dem Sender.

00:13:59: Aber der Verdacht blieb ihm.

00:14:01: Und dann hat er etwas gemacht, was auch irgendwie viel über ihn und über die ganze Familienkonstellation aussagt, finde ich.

00:14:09: Er hat seinen ältesten Sohn beauftragt, bei Amazon Abhörwanzen zu bestellen.

00:14:17: und die dann im Haus zu installieren.

00:14:19: Das habe ich mehrere Fragen.

00:14:21: Wie alt ist denn der Sohn, der Älteste?

00:14:23: Der ist so... ...dreiundzwanzig.

00:14:25: Und noch eine andere Frage.

00:14:27: Ich weiß nicht, ob du die beantworten kannst.

00:14:28: Ist es legal, wenn mir jemand die eigene Bude verwandst?

00:14:32: Ich habe keine Ahnung.

00:14:33: Also ich weiß, der Sohn wohnt auch eigentlich gar nicht mehr im Haus.

00:14:36: Aber er hat quasi ein fremdes Haus, wenn man so will, verwandst.

00:14:40: Aber er hat es ja im Auftrag von dem gemacht, der da wohnt.

00:14:43: Also... Ich weiß nicht, ob man als Mensch, der wohnt, seine Wohnung verwandt, darf.

00:14:48: Aber ohne dem Leuten Bescheid zu geben, die da auch sind.

00:14:52: Ich weiß es nicht, aber es wurde zumindest nicht thematisiert, wie sehr das juristischen Problem war oder nicht.

00:14:58: Der Sohn hat aber dann regelmäßig Tonaufnahmen seinem Vater zugeschickt nach Thailand von diesen Abhörwandten.

00:15:04: Und war was dabei?

00:15:07: Vor achtzig Jahren wurde im Nürnberger Justizgebäude im berühmten Saal sechshundert hochrangigen Nationalsozialisten wie zum Beispiel Hermann Göring oder Albert Speer der Prozess gemacht.

00:15:17: Zum ersten Mal in der Geschichte fand eine Anklage von Einzelpersonen für schwere internationale Verbrechen statt.

00:15:24: Das war ein Meilenstein in der Entwicklung des Völkerstrafrechts.

00:15:28: Im Nine-Series-Game Working on Justice, Tribunal forty-fünf, des Memoriums Nürnberger Prozesse, könnt ihr den Prozess erleben.

00:15:37: Im Spiel begleitet ihr die französische Juristin Aline Chalufour bei der Aufarbeitung der Verbrechen und könnt sie bei ihrer Arbeit als Anklägerin unterstützen.

00:15:45: Bis zur Urteilsverkündung stellt ihr Beweismappen zusammen, trefft andere Prozessbeteiligte, zum Beispiel Zeugen, Dolmetscherinnen und Visionäre des Völkerrechts und sucht nach verborgenen Gegenständen im Justizgebäude.

00:15:57: Außerdem wirst du herausgefordert, zu grundsätzlichen Fragen des Völkerstrafrechts Selbstposition zu beziehen.

00:16:03: Zum Beispiel sollen Täter oder Opfer-Aussagen im Fokus von Gerichtsverfahren stehen oder wie viel Raum bekommt die Presse in Verfahren und wer entscheidet eigentlich, wer angeklagt wird.

00:16:15: Das Spiel ist seit dem zwanzigsten November kostenlos auf Deutsch und Englisch in den Appstos verfügbar oder auch auf www.tribunal.vierzig.de.

00:16:25: Ja, da... war auch einiges dabei und zwar nicht nur eine Erfähre.

00:16:31: Was hat er denn so gehört in diesen Tonaufnahmen?

00:16:34: Ein paar Tage, bevor die beiden eigentlich wieder zurückfliegen wollten, das wissen wir von der Zeugenaufnahme von diesem Kumpel, von Erwin, weil wie gesagt Andreas hat ja nicht ausgesagt.

00:16:45: Ein paar Tage davor hat Andreas Erwin mitten in der Nacht angerufen, relativ panisch und ihm gesagt, er soll sofort zu ihm kommen.

00:16:55: und er ist dann zu ihm rüber und Andreas hat ihm dann ein Gespräch vorgespielt aus diesen Aufnahmen.

00:17:04: Und naja, Erwin hat genauso wie Andreas und auch wie später die Polizei aus diesem Gespräch genau eine Sache geschlossen.

00:17:14: Die beiden wollten Andreas A wohl umbringen.

00:17:16: Also Anna A und ihr geliebter?

00:17:19: Ja.

00:17:21: Das ist hart, dass du in Thailand hörst dir etwas gemütlich deine Aufnahmen an, wie du deine Bude verwandst hast.

00:17:27: Und dann hörst du, dass deine Frau dich um die Ecke bringen will.

00:17:29: Das ist schon hart.

00:17:31: Da versteh ich, dass er ein bisschen aufgeregt war.

00:17:35: Wir hatten die beiden denn vor, das zu erledigen.

00:17:38: Sie hatten bereits einen Mann engagiert, der entweder selbst den Andreas umbringen sollte oder aber einen Auftragsmörder wiederum.

00:17:50: organisieren sollte.

00:17:52: Und Andreas A. sollte noch in Thailand umgebracht werden.

00:17:55: Also

00:17:55: quasi während dieses vierwöchigen Aufenthalts noch.

00:17:58: Ja.

00:17:58: Mhm, wow.

00:18:00: Und wie sollte der das anstellen?

00:18:02: Sollte der da rüberfliegen?

00:18:03: Sollte der jemanden antelefonieren, der in Thailand sitzt und dann das einfach erledigen?

00:18:08: Ja, also hier fängt's ja schon an.

00:18:11: Die beiden hatten nicht so richtig genau ausgeklügelt, wie der das machen sollte.

00:18:16: Die hatten ... diesem potenziellen Auftragsmörder oder diesem Auftragsmord-Organisator siebentausend Euro gegeben.

00:18:23: Und das sollte A für den Mord und B für den Flug und die Kosten vor Ort sein.

00:18:31: Kann man sich jetzt selbst überlegen, ein spontaner Flug nach Thailand und zurück und noch irgendwie ein Hotel, das du dir dort nehmen musst, während du halt auskundschaftest, wann du wie den umbringst.

00:18:40: Bisschen knapp.

00:18:40: Nach Steuer

00:18:41: bleibt ja nicht mehr viel.

00:18:44: Also, sagen wir mal, es war jetzt nicht der super ... ausgeklügelte und gut überlegte Plan.

00:18:50: Aber sie hatten zumindest, also Anna A. sollte halt herausfinden, wo das Hotel ist und in welchem Raum oder so der wohnt.

00:19:02: Und der Hans B. hat diesen Auftragsmörder oder so engagiert und hat ihm das weitergegeben und eventuell ... Auch ein Foto weitergegeben, damit der weiß, wie die San Andreas aussieht.

00:19:16: Das war bei einem großen Streitpunkt im Verfahren, ob Anna dieses Foto auch wirklich irgendwie besorgt hat und ihm weitergegeben hat oder nicht.

00:19:22: Das konnten sie irgendwie am Ende nicht nachweisen, weil der Dimitrios, den sie da beauftragt hatten, natürlich auch ein veränderter Name, hat gesagt, er hat so ein Foto bekommen, aber er hatte es nicht mehr auf dem Handy und keiner hatte mehr irgendwie.

00:19:38: Es war nicht mehr nachweisbar, dass dieses Foto verschickt wurde.

00:19:42: Wie komme ich jetzt mal so in Frage für einen Freund an so einen Auftragskinder?

00:19:47: Das hat sich der Hans B. auch sehr lange überlegt.

00:19:51: Er kannte diesen Dimitrios, weil er mit ihm irgendwie so ein Autodiel gemacht hat.

00:19:57: Dimitrios ist auch ... Also, das ist einfach nur ein Typ, der sich mit so kleinen Gelegenheitsarbeiten über Wasser hält und von Sozialhilfe lebt.

00:20:10: Also ... Das ist jetzt alles andere als ein Großkrimineller.

00:20:14: Der hatte irgendwelche Vorstrafen, aber ... definitiv nichts in der Richtung.

00:20:19: Ähm ... und hat den einfach mal gefragt.

00:20:23: Und ... vor Gericht wurde Hans B ... es wurde öfter nachgehakt, warum, wie er da draufgekommen, dass genau der jetzt irgendwie wissen kann, wer wohnauftragsmörder ist und so oder selber jemanden umbringt.

00:20:38: Und die Antwort war am Ende, weil er ein Ausländer ist.

00:20:41: Mhm.

00:20:42: Also, einfach den nächstbesten Ausländer, den er kannte, gefragt.

00:20:44: Das war die ganze Methode.

00:20:47: Zu dem Punkt kann man noch mal einhaken.

00:20:50: Das spielt am Ende auch mal eine Rolle.

00:20:52: Und zwar was Hans B eigentlich für ein Typ ist.

00:20:56: Das spricht ja auch ein bisschen, sagt viel über ihn aus, wenn das seine einzige Variable ist, die er ins Spiel bringen kann.

00:21:04: Bei der Frage, wo kriegt man den Auftragskinder her?

00:21:06: Was ist denn das für einer der Hans B jetzt?

00:21:08: Also der Geliebte?

00:21:09: Was ist das

00:21:09: für einer?

00:21:11: Also von verschiedenen Zeugen wurde er als Dummschwitzer oder Warfahrer oder so bezeichnet.

00:21:22: Der Richter hat selbst die Formulierung gebracht, dass er geistig seiner geliebten Stark unterlegen ist.

00:21:32: Also, und auch, was ich so den Eindruck hatte, er ist jetzt nicht so schlau, sagen wir so.

00:21:38: Und scheinbar laberte er halt gerne.

00:21:41: und dementsprechend verspricht er vielleicht zum Teil mehr, als er einhalten kann.

00:21:47: Und das zumindest ist von seiner Seite aus ein wichtiger Punkt in dieser Geschichte erschien dieser Anna extrem ergebend zu sein.

00:21:57: Also er war sehr, sehr verliebt.

00:21:59: Das ist auch so sein Punkt in dem Ganzen.

00:22:03: Sein Verteidiger hat sogar die Beziehung als toxisch bezeichnet, weil sein Mandant quasi alles für Anna getan hätte.

00:22:10: Und ... Jetzt noch mal zurück zu dem Auftragsmörder, den er engagiert hat.

00:22:15: Du hast ja schon gesagt, der ist ... Mit dem hat er Autogeschäfte gemacht, der Hans B. Der hält sich eher so über Wasser mit kleineren Jobs.

00:22:24: Hat auch eine Vergangenheit, aber jetzt nichts Großkriminelles oder so, eher so ein paar Kleinigkeiten vielleicht.

00:22:30: Und wie steht denn der zu seinem Auftrag jetzt?

00:22:33: Na ja, der hat sich halt gedacht, sieben Tausend nehm ich mal.

00:22:36: Also, der hatte in keinem Moment vor.

00:22:39: Das hat er gesagt, aber das ist auch eigentlich nie bezweifelt worden.

00:22:43: Der hatte nie vor, irgendetwas zu tun.

00:22:45: Der wollte im Endeffekt nur diese siebentausend Euro einstecken.

00:22:49: Ihm wurde vorgeworfen, dass er eben nicht zur Polizei gegangen ist und angezeigt hat, dass da Leute jemanden umbringen wollen, sondern ...

00:22:54: Deswegen stand er auch vor Gericht am Ende, ne?

00:22:56: Nein, sie wollten ihn erst wegen Nicht-Anzeige vor Gericht bringen, aber eigentlich konnten sie das nicht, weil er dadurch, dass er selbst involviert ist und sich selbst nicht anzeigen muss.

00:23:06: gar nicht anzeigen musste.

00:23:07: Sie haben ihn am Ende wegen Betrugsvorgericht gestellt.

00:23:10: Ach, weil er die siebentausend Euro eingesteckt hat, aber da nicht geliefert

00:23:12: hat.

00:23:13: Ja.

00:23:13: Ja, gut.

00:23:14: Auch ein letzteriger Betrug.

00:23:16: Weil grundsätzlich ist es ja von ihm gar nicht so dumm zu sagen, gib mir die Kohle, da bringe ich den Dud um und dann nichts zu machen.

00:23:22: Was sollen die denn machen?

00:23:23: Zur Polizei gehen?

00:23:24: Genau.

00:23:25: Und er war sich auch irgendwie sicher, das hat er zumindest behauptet, dass die es nicht schaffen, den irgendwie anders umbringen zu lassen.

00:23:32: Also ...

00:23:33: Weil sie sich ja auch eher ein bisschen dilettantisch angestellt haben bei diesem Auftrag alleine schon.

00:23:38: Genau.

00:23:39: Und er hat sich noch irgendwie mit dem noch mal getroffen und sich das Foto irgendwie geben lassen und so.

00:23:43: Und hat schon noch so getan, als würde er da voll dabei sein.

00:23:46: Aber hat halt nichts getan.

00:23:48: Und Andreas A. sitzt jetzt in Thailand, kriegt das mit, ist natürlich schockiert.

00:23:54: Er muss damit rechnen, dass jeden Moment die Tür aufgeht und einer reinkommt und ihn ... tötet.

00:24:00: Passiert er aber nicht.

00:24:01: Ja, aber Andreas A. hält es erst mal für eine reale Gefahr.

00:24:05: Er weiß ja nicht, wie dilettantisch die beiden umgegangen sind mit dem Thema.

00:24:09: Und haut im Endeffekt ab.

00:24:13: Obwohl sie eigentlich nur noch ein paar Tage in Thailand gehabt hätten, fliegen Erwin und er direkt am Tag danach zurück.

00:24:20: Und jetzt kommt er wieder in Deutschland an.

00:24:21: und was passiert dann?

00:24:23: Andreas geht direkt zur Polizei und gibt seine ganzen Aufnahmen ab und alles und sagt, ja, hier, meine Frau will mich umbringen.

00:24:33: tut was mehr oder minder.

00:24:35: Und es kommt am Ende ja auch zum Prozess und zur Anklage.

00:24:38: Wer steht denn davor Gericht?

00:24:41: Vor Gericht stehen Anna A. und Hans B. wegen Anstiftung zum Mord.

00:24:46: Zusätzlich dazu, wie gesagt, der Dermitriost D. wegen Betrug.

00:24:50: Und Christa C., die beste Freundin von Anna, weil sie davon Bescheid wusste.

00:24:56: Also, man hat sie auch auf Aufnahmen kichern.

00:25:01: Wohl.

00:25:02: Ich hab die Aufnahme nicht gehört, aber eine Polizistin hat ausgesagt, dass man die beiden Damen, ob der Tat Kichern hörte.

00:25:09: Also, klingt ja auch irgendwie weh.

00:25:11: Die wusste, die war involviert, ihre beste Freundin will ihr Mann um die Ecke bringen.

00:25:15: Und statt zu sagen, du denk doch noch mal drüber nach, ist vielleicht irgendwie ... Scheidung wäre vielleicht doch eine Option.

00:25:23: Tauschen sie sich da anscheinend drüber aus, die weiß Bescheid und wartet drauf, dass das passiert.

00:25:27: Ja, also im Endeffekt war Christa C. wegen ... nicht Anzeige einer Straftat.

00:25:32: Bei ihr konnte man's machen, weil sie war ja nicht wirklich involviert angezeigt.

00:25:36: Das war eine vergleichsweise kleine Anzeige, aber deswegen stand sie auch vor Gericht.

00:25:40: Und du warst jetzt beim Prozess dabei?

00:25:42: Nicht jeden Tag, hast du schon gesagt, aber du warst öfter da.

00:25:45: Erzähl doch mal, wie war denn so dein Eindruck von diesem Verfahren?

00:25:49: Es war irgendwie alles daran skurril.

00:25:53: Wie wir schon gesagt haben, diese ganze Geschichte hört sich ja schon an wie ein schlechter Krimi.

00:25:57: Der Richter hat auch am Ende gesagt ... Zitat, wenn man daraus einen Tatort machen würde, würde jeder zweite Zuschauer sagen, geht's noch, macht doch mal was Realistisches.

00:26:07: Und es war auch alles relativ melodramatisch gehalten.

00:26:13: Also die ... die Anwälte, die Verteidiger von Anna A. vor allem, die ja quasi als Hauptangeklagte galt, waren ... sahen aus wie aus so einer Serie.

00:26:28: Also, sie hatten irgendwie schicke Anzüge an und ... haben die ganze Zeit mit irgendwelchen Gesetzestexten um sich geworfen, plötzlich in den Raum gestellt, dass vielleicht dadurch, dass nie Gefahr für Andreas Abestand eigentlich gar keine Straftat passiert ist, weil das ist ja nur Spielereien, weil es ja so unrealistisch war, dass da was passiert.

00:26:52: Naja, trotzdem wollten sie ja zum Mord anstiften.

00:26:55: Es ist viel zu klar, um so was in den Raum zu werfen.

00:26:58: Aber ... und haben der Staatsanwalt alles mögliche unterstellt, haben es eine Pipi-Langstrumpf-Anklage genannt, weil sie sich die Welt macht, wie sie ihr gefällt.

00:27:09: Also, die waren relativ aggressiv, hatte ich das Gefühl, was ich aus deutschen Gerichten nicht so kenne.

00:27:14: Also, wie gesagt, in der amerikanischen war ich jetzt noch nicht, da kenne ich nur aus Serien.

00:27:19: Da stell ich's mir so vor, vielleicht ist es da auch ganz anders, aber in deutschen Gerichten war ich jetzt schon öfter auch in größeren Prozessen, also ähnlich großen wie hier, sagen wir mal.

00:27:29: Und eigentlich sind Anwälte und Staatsanwälte und Arricht da irgendwie, arbeiten die eher zusammen, hat man das Gefühl.

00:27:36: Natürlich wollen die einen eher das ein und die andere eher das andere, das ist an sich klar, aber die Staatsanwaltschaft will ja nicht aus Prinzip mehr Jahre rausschlagen.

00:27:45: Ich hatte oft das Gefühl, dass man hier eher eben zusammenarbeitet, um das möglichst sinnvollste für den Täter oder potenziellen Täter zu finden, zum Beispiel bei Leuten, die unter Drogen gehandelt haben, dass sie dann auch eine in Zugstherapie bekommen statt einer richtigen ... Ähm ... Gefängnisstrafe und so was.

00:28:04: Also ... Ich hab das Gefühl, im Normalfall ist so ein ... deutsches Gericht sehr friedlich und irgendwie, wie gesagt, zusammenarbeitend.

00:28:13: Und das war hier überhaupt nicht der Fall.

00:28:14: Also, das war wirklich ... Die waren komplett im Kontra und haben sich Sachen unterstellt und ... Anna A und Hans B haben sich auch gegenseitig die Hauptschuld gegeben.

00:28:23: Also,

00:28:23: die Liebesbeziehung ist jetzt auch vorbei.

00:28:25: Absolut.

00:28:25: Mhm.

00:28:26: Ähm ... Anna A sagt ... Sie war nur Mitläuferin, also Hans B. wollte quasi den Konkurrenten aus dem Weg schaffen, dieses Mal ganz, um nicht schon wieder quasi sie zu verlieren.

00:28:42: Und sie ist halt irgendwie, hat mitgemacht.

00:28:48: Sie hat auch unter Tränen gesagt, wie gesagt, das war alles sehr dramatisch und filmreif.

00:28:52: Sie hat unter Tränen gesagt, dass sie sich das nie verzeihen wird und so weiter.

00:28:57: Der Verteidiger von Hans B. dagegen sagt, dass der, wie gesagt, eigentlich alles für seine Geliebte getan hätte und

00:29:07: auch

00:29:08: eher ausführender Gehilfe war.

00:29:11: Weil Argument von Anna A. dafür, dass sie nur mitgelaufen ist, er hat ja den potenziellen Auftragsmörder engagiert und alles gemacht und sogar er hat den auch bezahlt und alles.

00:29:23: Wohin gegen sie ja nur irgendwie den Hotelnamen geliefert hat oder sowas.

00:29:29: Hans B. sagt dagegen ... dass es ihre Idee war und dass er ihr nur quasi den Gefallen tun wollte, dass er eigentlich wollte, dass sie sich scheiden lässt.

00:29:42: Das wollte ich grad fragen, weil ich mein, wenn man in sein Leben so wie man es hat nicht mehr will und den Partner, den man hat nicht mehr will, ist ja eigentlich das erste Mittel der Wahl eher Scheidung.

00:29:50: Sollte man meinen.

00:29:52: Laut den Verteidigern von Hans B. hat Anna A. ihm gesagt, dass ihr Mann sie eh nie gehen lassen wird.

00:29:58: Die Staatsanwaltschaft hat das ganz anders gesehen.

00:30:03: Die Staatsanwaltschaft war auch der Meinung übrigens, dass Anna A die Haupttäterin sozusagen war und dass Hans B eher eben der Dove-Mitläufer war, der alles gemacht hat.

00:30:15: Die waren der Meinung, dass es Anna A unter anderem um Geld ging.

00:30:20: Also es gibt eine Lebensversicherung, die auf Andreas A geschlossen ist und in diesen Gesprächen.

00:30:30: von diesen Aufnahmen, die zum Teil nicht hundertprozentig zu hören sind, muss man auch sagen, ist aber zu hören, dass in diesen Gesprächen, die nicht immer gut zu hören sind, ist eindeutig zu hören, dass Anna A. will, dass es wie ein Unfall aussieht.

00:30:50: Also, es soll nicht aussehen wie ein Mord.

00:30:55: Und ich glaub, auch Selbstmord will sie nicht.

00:30:58: Es soll aussehen wie ein Unfall.

00:31:01: Irgendwo anders sagt sie auch, dass sie will, dass es noch in Thailand passiert, damit ihre Kinder nicht in Gefahr sind.

00:31:08: Das ist auch ein Thema, das sie anspricht, aber das sagen wir mal ergibt auch viel Sinn.

00:31:14: Aber dieses Thema mit Unfall sieht die Staatsanwaltschaft als Beweis dafür, dass es ihr darum ging, diese Lebensversicherung zu kassieren.

00:31:22: Gleichzeitig hätte sie natürlich auch alles geerbt, das gemeinsame Vermögen, das Haus und alles.

00:31:28: Und die Staatsanwaltschaft sieht auch als gegeben, dass Anna A. jemand ist, dem es sehr um den äußeren Schein geht.

00:31:36: Und sie wollte nicht als die Ehebrecherin die Geschiedene dastehen, sondern als die Bemidleidenswerte wird.

00:31:43: Quasi so in diesem Gunstenhausen-Kontext.

00:31:47: Sie kennt wahrscheinlich, jeder kennt sie wahrscheinlich, wenn sie ein großes Handwerksunternehmen haben.

00:31:52: Und dann wollte sie ihren Ruf nicht

00:31:54: schädigen.

00:31:55: Genau.

00:31:55: Mhm.

00:31:56: So die ... Das ist ja, wie gesagt, alles nicht nachgewiesen.

00:32:01: Aber das ist von deren Seite aus das eigentliche Motiv von ihr.

00:32:05: Und deswegen hat die Staatsanwaltschaft auch sie als Hauptschuldige gesehen.

00:32:10: Zum einen, weil sie sie eben geistig dafür eher in der Lage sehen, sich so was auszudenken.

00:32:16: Zum anderen, weil sie mehr zu gewinnen hat.

00:32:19: Weil an sich ist es für Hans B. keinen Unterschied, ob sie geschieden ist oder ob ... dass jemand tot ist.

00:32:27: Aber für sie macht es sowohl finanziell als auch gesellschaftlich einen großen Unterschied.

00:32:33: Du hast vorhin gesagt, Andreas A. kam aus Thailand wieder, ging straight zu Polizei und hat Anzeige erstattet.

00:32:40: Auf der anderen Seite sind wir jetzt im Prozess vor Gericht und er verweigert die Aussage.

00:32:46: Wie

00:32:47: kommt es zusammen?

00:32:48: Wie passt es zusammen?

00:32:49: Anna A. war direkt nach der Anzeige und allem erst einmal fünf Monate in Untersuchungshaft.

00:32:57: Damals, zwanzig, dreinzwanzig.

00:33:02: Danach ist sie wieder zu sich nach Hause gezogen und seitdem wohnen die beiden in ihrer Familie wieder zusammen und sind auch offiziell wieder ein Paar, das Ehepaar.

00:33:12: Sind wieder ein liebes Paar.

00:33:14: Hans B. ist abgemeldet und die beiden führen ihre Ehe weiter.

00:33:17: Genau,

00:33:19: was auch wieder eine völlig skurrile Seitendings dieser Geschichte ist.

00:33:22: Komplett skurril, ja.

00:33:24: Also, für beide, also sie hat ... ihm quasi unterstellt, sie misshandelt zu haben und wollte ihn umbringen.

00:33:32: Und er weiß, dass sie ihn umbringen wollte und trotzdem beschließen, beide wieder zusammenzuleben und gemeinsam zu leben.

00:33:39: Der Freund von Andreas A. dieser Erwin hat das auch überhaupt nicht nachvollziehen können.

00:33:45: Der hat noch quasi gesagt, er glaubt, dass es dem Andreas vor allem um die beiden Mädels geht, also um die Töchter, die noch jünger sind.

00:33:52: Wie

00:33:52: alt sind die etwa?

00:33:55: Ganz genau weiß ich's nicht, aber die sind ... Also, es hieß immer, dass es einen großen Altersunterstieg zwischen den Söhnen und den Töchtern gibt.

00:34:00: Das heißt, die sind, glaub ich, noch so sieben und zehn oder so was, also schon noch Kinder.

00:34:06: Mhm.

00:34:06: Ähm ... und ... also, man weiß es nicht, aber er hat eben die Aussage verweigert und auch dem Gericht klar kommuniziert über die Anwälte von ihr im Endeffekt.

00:34:25: dass er nicht will, dass sie in Haft kommt.

00:34:27: Also, dass er quasi, also im Nachhinein weiß ich nicht, ob er es dann einfach nicht angezeigt hätte, aber dass er zum einen der Meinung ist, dass Hans B., der eigentlich Kopf dahinter war und dass sie nur mitgelaufen ist und dass er als Opfer nicht will, dass sie in Haft kommt, weil sie auch in den ersten fünf Monaten, in denen sie da in Untersuchungshaft war, sehr viel gelitten hätte.

00:34:54: Das klingt so nett.

00:34:56: Das klingt absurd auf der einen Seite.

00:35:00: Auf der anderen Seite klingt es so, dass der Mann nicht möchte, dass seine Frau in Haft kommt, dass sie die Liebesbeziehung und die Ehe weiterführen.

00:35:06: Klingt erst mal so ... Und dann habe ich ein Zitat gefunden, da hat er wohl, also Andreas A, den Anwalt seiner Frau angerufen und hat ihr gesagt, wohlwörtwörtlich, wenn sie in den Knast geht, dann kann ich den Laden zusperren.

00:35:22: Und meinte wohl damit Familie und Geschäft.

00:35:24: Und da denke ich mir so, im schlechtesten Fall, also in meiner schlechtesten Interpretation, seine Frau ist fünf Monate in Untersuchungshaft und er stellt fest, Scheiße, wenn die weg ist, läuft der Laden hier nicht mehr.

00:35:36: Ich habe niemanden für die Buchhaltung, der umsonst arbeitet.

00:35:39: Ich habe niemanden, der meine Kinder versorgt.

00:35:41: Ich habe niemanden, der meine Unterhosen wäscht.

00:35:43: Scheiße!

00:35:44: Und das ist so... Ich finde, das sagt

00:35:47: so unfassbar

00:35:49: viel über diese Ehe und über dieses Verhältnis aus.

00:35:51: Ich finde das nahezu dramatisch.

00:35:53: Alles daran ist so skurril.

00:35:55: Also ja, er hat das ja auch noch, er hat es dazu gesagt, vor diesem Zitat war, glaube ich, die Ausführung im Endeffekt.

00:36:02: Er braucht seine Frau sowohl für die Familie als auch fürs Geschäft.

00:36:05: Und dann hat er eben gesagt, ja, wenn sie in den Knast kommt, kann er den Laden zumachen.

00:36:11: Aber ja, also, wie gesagt, von allen Seiten her ist diese Beziehung komplett verkorkst.

00:36:18: Also, warum bleibt sie bei ihm, wenn sie ihn so schlimm findet?

00:36:22: Und ich meine, sehr viel schlechter kann ihr Rufi jetzt auch nicht mehr werden.

00:36:25: Jetzt ist durch, würde ich sagen, jetzt ist ich lieber scheiden lassen sein.

00:36:29: Also, irgendwas an Geld wird sie ja bekommen, wenn sie sich scheiden lässt.

00:36:34: Ja,

00:36:34: natürlich.

00:36:35: Kann ich mir fast nicht vorstellen, dass sie nix gekriegt hätte.

00:36:38: Dementsprechend, warum bleibt sie bei ihm?

00:36:41: Und warum will er sie unbedingt da haben?

00:36:43: Auch für ihn, ich weiß nicht, vielleicht eine Büroangestelle, die ihn nicht umbringen will.

00:36:48: Auch ein bisschen besser als seine Frau daheim.

00:36:51: Also ... Ich weiß es nicht, ob das wirklich so eine ... Sie lieben sich, sie hassen sich.

00:36:55: Sache ist.

00:36:56: Ob es so toxisch ist, dass sie beide nicht mehr rauskönnen.

00:37:00: Oder ob es die zweckmäßigste Zweckgemeinschaft ist, die ich hier gesehen habe, um ehrlich zu sein.

00:37:04: Keine Ahnung.

00:37:05: Ich meine, natürlich war es erst mal für sie jetzt auch gut, dass er quasi auf ihrer Seite war.

00:37:10: Das war für die Richter auch wichtig, was das Strafmaß anging und so.

00:37:13: Also was das Opfer denkt, ist ja für die Justiz nicht unwichtig.

00:37:18: Aber trotzdem, also alles, wie gesagt.

00:37:21: alles daran wirkt verkorkst.

00:37:24: Es ist auch ein Urteil gefallen.

00:37:26: Wie ist es denn ausgegangen für die Angeklagten?

00:37:30: Ja, also erst einmal, sag ich mal, was die Staatsanwältin wollte, die wollte nämlich vier Jahre Haft für Anna und Hans, beide, die Verteidiger dagegen wollten, Bewährungsstrafen.

00:37:45: Bei beiden wurde dem auch stattgegeben.

00:37:49: Also ... Die haben tatsächlich das bekommen, was die Verteidiger wollten, was im Normalfall für ein sehr mildes Urteil spricht.

00:37:56: Und was natürlich ein großer Unterschied ist, ob man vier Jahre ins Gefängnis kommt oder ... das sind dann zwei Jahre ... Bewährung.

00:38:03: Also ... eigentlich erst mal nichts.

00:38:06: Wenn man sich nicht noch mal was zu Schulden kommen lässt.

00:38:10: Es wurde argumentiert, dass Anna reuig und schuldbewusst sich gezeigt hat.

00:38:16: Nicht vorbestraft ist und gesundheitlich schwer gezeichnet.

00:38:20: und dass sie ja eben schon diese Untersuchungshaft hatte.

00:38:23: Und auch bei Hans B. wurde im Endeffekt gesagt, er ist weder vorbestraft, außerdem hat er sich von Anfang an ... ja, hat er von Anfang an mit der Institution zusammengearbeitet und mit den Ermittlern.

00:38:39: Und auch er hatte bereits die Untersuchungshaft.

00:38:44: Außerdem war die Richter tatsächlich auch eher der Meinung, dass er, weil ... Da kam das Zitat her, dass er ihr geistig stark unterlegen ist, vielleicht gar nicht so der ganz ausführende war.

00:38:56: Aber eigentlich haben sie sich dazu, das war das große Thema eigentlich im ganzen Prozess.

00:39:02: Wer hat das gemacht?

00:39:04: Und am Ende haben sich die Richter da gar nicht so eindeutig gezeigt.

00:39:07: Sie haben einfach nur gesagt, beide bekommen die gleiche Strafe.

00:39:11: Und das sind eben diese zwei Jahre Haft auf Bewährung.

00:39:14: Der Dimitrios hätte für die Staatsanwaltschaft wegen Betrugs eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten bekommen sollen und hundertundzig Sozialstunden.

00:39:23: Sein Verteidiger wollte Freispruch, weil er quasi gesagt hat, was ist denn das für ein Betrug?

00:39:27: Er hat halt jemanden nicht umgebracht.

00:39:29: Aber scheinbar ist es trotzdem Betrug, weil er wurde zu sechs Monaten Bewährungsstrafe und diese hundertundzig Sozialstunden verurteilt.

00:39:40: Und Christa C. sollte wegen Nichtanzeige eine Straftat, eine Strafzahlung von eighthundertvierzig Euro zahlen laut Staatsanwaltschaft.

00:39:48: Auch hier wollte der Verteidiger Freispruch und dem wurde stattgegeben.

00:39:51: Sie wurde freigesprochen.

00:39:52: Sie wurde auch als schwach und schutzbedürftig bezeichnet.

00:39:55: Und im Endeffekt hatte sie ja nichts Großes gemacht.

00:40:01: Und es konnte auch nicht hundertprozentig nachgewiesen werden, auch weil das ja so im Gekicher war.

00:40:06: wie ernst sie es genommen hat.

00:40:07: Das

00:40:08: ist eben die Frage.

00:40:08: Hat sie es überhaupt ernst genommen?

00:40:10: Wenn meine Freundin sagt, ich bringe meinen Alten jetzt um die Ecke, der hockt denn Tyler, die schickt ihm jetzt einen Auftragskiller, würde ich wahrscheinlich auch sagen, ja, genau, alles klar.

00:40:17: Haha, hi, hi, ho, ho.

00:40:19: Also, wär durchaus möglich, dass sie das einfach nicht ernst genommen hat, oder?

00:40:23: Genau, deswegen ist sie auch frei gesprochen, weil sie hat nichts gemacht und am Ende konnte man ja auch nicht nachweisen, dass sie sicher wusste, dass da wirklich was geplant war.

00:40:33: Mhm.

00:40:34: Wie ist die Lage in Gunzenhausen?

00:40:36: Das ist ein bekannter Betrieb, die Leute kennen wahrscheinlich jeder.

00:40:40: Wie ist das so auf dem Land?

00:40:42: Wenn ich als Gunzenhausen als Landbezeichnung kriege.

00:40:44: Es ist

00:40:45: eine Stadt.

00:40:46: Wie ist das so in der ländlichen Stadt?

00:40:49: Die beiden wohnen auch im Raum Gunzenhausen, gar nicht in Gunzenhausen selbst, aber der Betrieb ist in Gunzenhausen selbst.

00:40:55: Und sagen wir's mal so, wir haben sehr alle immer ... Also, wir haben, wie gesagt, alle Namen geändert und so und haben auch versucht, wir haben die jetzt nicht körperlich beschrieben oder so was.

00:41:06: Wir haben es versucht, anonym zu halten.

00:41:08: Aber natürlich wissen die Leute, wer es

00:41:10: ist.

00:41:11: Na klar, oder?

00:41:11: Also, in so einem Ort, da weiß doch jeder, wer das dann ist.

00:41:14: Dementsprechend will ich mir ... also, ich weiß es nicht, aber ich kann mir vorstellen, dass das vor allem für Anna A die, sagen wir mal jetzt als A, E-Brecherin und B irgendwie Intrigante ... Frau, die ihren Mann umbringen lassen wollte, gekennzeichnet oder gebrannt markt ist.

00:41:36: Alles andere als schön ist, noch da zu wohnen, wo sie wohnt.

00:41:40: Aber ... wissen tue ich es nicht.

00:41:42: Also, wie schnell so was in Vergessenheit gerät.

00:41:46: Keine Ahnung, wir haben nicht so oft zu riesen Themen oder so große Verbrechen.

00:41:54: Ich find es so gemein, dass sie so als Ehebrecherin da ... Ich mein, das stimmt, sie hat ja eine Affäre gehabt, eindeutig.

00:41:58: Aber man kann ja davon ausgehen, zweimal, aber immer mit der gleichen Person.

00:42:04: Man kann ja fast davon ausgehen, dass der Andreas, ah, wenn er da seine Thailand-Urlaube mit seinen Kumpels gemacht hat, dass das auch nicht so astrein war.

00:42:11: Ja, aber da weiß man's nicht.

00:42:12: Man

00:42:12: weiß es nicht, ne?

00:42:13: Und fairerweise, er hat auch nicht versucht, sie umzubringen.

00:42:15: Da muss

00:42:16: man sagen, das muss er kann er sich nicht auf die Fahne schreiben.

00:42:18: Er hat nicht probiert, seine Frau umzubringen.

00:42:22: Ja, es ist auch wirklich sehr unterschiedlich, wie Anna A. wahrgenommen wird.

00:42:26: Also, für ihre beste Freundin ist sie, die eben zum einen ein starkes Opfer und natürlich die liebevolle Mutter, die sich um alles kümmert.

00:42:39: Der Kumpel von Andreas dagegen bezeichnet sie als berechnend und eiskalt.

00:42:45: Also ... Und dann weiß man auch nicht, dass sie so viel geweint hat im Verfahren.

00:42:51: Liegt das daran, dass sie sich wirklich schlecht fühlt oder wollte sie das Verfahren beeinflussen?

00:42:55: Also es ist, für mich ist sie mit das größte Frage zeichnen.

00:42:59: In dieser Geschichte ist sie eben mehr Täterin oder mehr Opfer.

00:43:04: Diese Grenzen verschwimmen in dem Fall, finde ich, total.

00:43:07: Bei jedem Beteiligten oder bei jeder Beteiligten Person verschwimmt diese Grenze zwischen, ist diese Person mehr auf der Täterin oder mehr auf der Opferseite.

00:43:15: Das ist total schwierig.

00:43:16: Ja.

00:43:17: Aber es ist ja für alle im Grunde genommen gut ausgegangen.

00:43:22: Also zumindest so, dass sie das Beste immerhin noch aus der Situation machen können.

00:43:27: Also, ich meine, sämtliche Angeklagten sind so rausgekommen, dass sie nach Hause konnten und jetzt nicht den Riesenschaden davon getragen haben, außer eben vielleicht den sozialen Schaden.

00:43:39: Und auch fürs Opfer scheint das ja ... die beste Version der Geschichte gewesen zu sein, dass zumindest seine Frau nicht ins Gefängnis kommt.

00:43:48: Ich weiß nicht, ob er gerne den Hans B. im Gefängnis gesehen hätte, aber ich glaub, oder anders, der Richter hat sogar gesagt, man konnte es nicht verantworten, dem Hans B. mehr zu geben als der Anna A. im Endeffekt.

00:44:00: Also, ich würde sagen, es ist ein recht versöhnliches Ende.

00:44:04: Und wie gesagt, selbst das Ehepaar hat sich versöhnt.

00:44:07: Hoffen wir das Beste.

00:44:09: Hoffen wir, wir hören nie wieder von Ihnen.

00:44:12: Ja, Marlene, vielen Dank, dass du uns die Geschichte mitgebracht hast.

00:44:14: Die war auf jeden Fall super interessant.

00:44:16: Liebe Hörerinnen, liebe Hörer, ihr wisst, wir uns hören könnt auf iTunes, Spotify, jedem Podcast Player eurer Wahl.

00:44:22: Wir freuen uns sehr über eine positive Bewertung und ansonsten hören wir uns beim nächsten

00:44:26: Mal.

00:44:26: Tschüss.

00:44:37: Ciao.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.