Mord in der Südstadt: Wenn Kinder töten

Shownotes

Inhalt der Folge: Es ist der 30. April 2025, ein scheinbar gewöhnlicher Tag in der Nürnberger Südstadt. Doch am Abend verändert ein schockierendes Verbrechen die Stimmung im Viertel schlagartig: Anwohnerinnen und Anwohner der Wiesenstraße alarmieren die Polizei, nachdem sie verzweifelte Schreie aus einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus hören.

Als die Einsatzkräfte die Wohnung betreten, bietet sich ihnen ein grausames Bild: Zwei Personen wurden mit unzähligen Messerstichen attackiert. Die Wohnung gleicht einem Tatort voller Blut – ein Verbrechen, das selbst erfahrene Ermittler erschüttert.

Doch besonders verstörend ist, wer im Zentrum der Ermittlungen steht. In dieser Folge gehen wir der Frage nach, was passiert, wenn Kinder zu Tätern werden. Welche Hintergründe können zu solch extremen Gewalttaten führen? Und wie gehen Gesellschaft und Justiz mit Fällen um, in denen Minderjährige schwere Verbrechen begehen?

Themen der Episode:

Der Tathergang in der Nürnberger Südstadt Ermittlungen und erste Erkenntnisse Wenn Minderjährige zu Tätern werden Psychologische und gesellschaftliche Hintergründe Strafrechtliche Besonderheiten bei jugendlichen Tätern

Triggerwarnung: In dieser Folge sprechen wir über schwere Gewalt und ein Tötungsdelikt.

Hinweis: Einige Details wurden zum Schutz von Beteiligten anonymisiert oder vereinfacht dargestellt.

Diskussion: Wie sollte mit schweren Straftaten durch Minderjährige umgegangen werden?

Transkript anzeigen

00:00:03: Abgründe der Kriminalpodcast des Verlags Nürnberger Presse.

00:00:08: Echte Verbrechen, echte Fälle.

00:00:11: mit unseren Gerichts- und Polizeireporterinnen und Reportern.

00:00:21: Herzlich willkommen bei abgründet dem True Crime Podcast des Verlag Nürrnberger Presses.

00:00:25: Mein Name ist Franziska Wagenknecht Und neben mir sitzt mein Kollege Alexander Bock.

00:00:29: Grüß dich Franzi.

00:00:30: Ich muss vorab mich entschuldigen.

00:00:31: ich bin total erkältet Deswegen höre ich mich vielleicht ein bisschen komisch an.

00:00:34: Vielleicht muss ich mich auch mal schneutzen zwischendrin.

00:00:37: Tut mir leid

00:00:38: Wir sind jedenfalls auf Abstand.

00:00:40: Ja genau, das ist das Wichtigste, dass ich jetzt hier niemanden anstecke!

00:00:44: Wir sprechen heute über ein eigenes... Das liegt ziemlich genau ein Jahr zurück.

00:00:47: Besonders schockierend ist an dieser Tat, dass die Person, die in diesem Fall die Tat begangen hat noch ziemlich jung ist.

00:00:55: Wir gehen jetzt mal zurück zum dreißigsten April, es ist so gegen sechs Uhr morgens Als Anwohner enden in der Wiesenstraße, in den Nürnberger Südstadt-Hilfeschreie aus einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus hören.

00:01:07: Alex, nimm uns doch mal zurück zu diesem Frühlingsmorgen!

00:01:11: Ja also zunächst hatte ich nur spärliche Informationen.

00:01:16: am frühen Morgen als Polizeireporter bin ich an die Medienalarmierung des Polizeipräsidiums angeschlossen und die akute Meldung ist am dreißigsten April zwanzig fünfundzwanzig So gegen sieben Uhr dreißig auf meinem Handy gelandet.

00:01:34: Da hieß es nur kurz Tötungsdelikt, NBG für Nürnberg Treffpunkt für Medienvertreter an der Wiesenstraße Ecke-Peter-Hinleinstraße Wenn ich ortskundig ist.

00:01:47: Für den sage ich das ist die Südstadt in Nürnenberg und Ich war zu Hause zu dem Zeitpunkt Und habe da also ganz schnell meinen Kaffee noch runtergestürzt und mein Ressort informiert.

00:02:02: Wir haben ja bei uns im Ressor einen täglichen Frühdienst, der hat kurz darauf dann eine Erstmeldung für unser Online-Portal NNDE geschrieben!

00:02:14: Das ist gut weil damit konnte ich mich jetzt voll auf den Einsatz konzentrieren.

00:02:18: Ich schwinge mich also auf meinen Roller und fahre in Richtung Nürnberger Südstadt.

00:02:23: Ich kam zum genannten Treffpunkt Und da standen bereits zahlreiche Polizeiverzeuge in den Straßen, die zum Wohnhaus in dem der Tatort lag hinführten.

00:02:35: Die Straßen waren komplett abgeriegelt, da durfte niemand durchfahren und sich auch niemand im Haus nähern.

00:02:42: Ich habe schon gesehen, also neben der Spurensicherung und den Ermittlern der Mordkommission Nürnberg war noch Einsatzkräfte der Diensthundestaffel dabei!

00:02:53: Die haben einen Hund auch schon für eine Suchaktion vorbereitet.

00:02:57: Und später habe ich dann erfahren, auf welche Pferde sich der Hund eigentlich machen sollte.

00:03:03: Doch zunächst stehe ich einmal vor dem Pressesprecher Michael Petzold am Absperrband.

00:03:11: Niemand darf nämlich das Haus geschweige denn die Wohnung mit dem Tatort betreten nur eben die berechtigten der Polizei und ich darf es eben auch nicht.

00:03:21: Und der Sprecher der Polizei hält sich insgesamt da bedeckt.

00:03:25: Da gibt er nur so viel Preis, dass in der vierten Etage des Mehrfamilienhauses mit den Nummer dreißig in der Wiesenstraße, Ecke Peter-Hinleinstraße Anwohner gegen sechs Uhr fünfzehn den Notruf gewählt haben.

00:03:41: Die Anrufer meldeten mehrere laute Schreihe die aus einer Wohnung in der Nähe kamen.

00:03:47: Eine erste Streife der Inspektion Lundberg Süd.

00:03:51: ist er so auf die zur genannten Adresse gefahren und betrat die Wohnung, die sie relativ schnell identifiziert haben.

00:04:01: Den Beamten bot sich dort ein Bild des Grauens.

00:04:03: also das habe ich auch gemerkt als der Polizeipresselsprecher vor Ort mit mir darüber sprach dass wohl kein gewöhnlicher Tatort war.

00:04:15: Sie fanden da zwei sehr schwer verletzte Personen eine Frau und einen Mann.

00:04:21: Für den Mann kam jede Hilfe zu spät.

00:04:23: Er war sofort tot, das hat der Notarzt auch entsprechend festgestellt.

00:04:28: Die Frau lebte und wurde schnellstmöglich in ein Krankenhaus gebracht.

00:04:33: Ihr Zustand war akut-lebensbedrohlich – wie damals die Polizei ja auch geschrieben hat – die Ärzte kämpfen um ihr Leben.

00:04:41: Und die Polizei sprach zu diesem Zeitpunkt von massiven Gewalteinwirkungen.

00:04:46: Auch der Polizeisprecher hat es mir gegenüber so

00:04:49: betont.".

00:04:50: In den Ermittlungen, da geht es zunächst immer wieder um so einen verdächtigen Gegenstand.

00:04:54: Der soll was mit der Tat zu tun haben aber die Ermittlerenden sagen nichts darüber.

00:04:59: Die möchten aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen und was für ein Gegenstand handelt das sich denn dabei?

00:05:04: Ja also man konnte annehmen dass damit die Tatwaffe gemeint war, die die Spurensicherung in der Wohnung gefunden hatte.

00:05:12: Dieser verdächte Gegenstand war es wohl auch der als Geruchsprobe genommen wurde, um eine Pferde aufzunehmen.

00:05:20: Tatsächlich hat der Personensuchern – von dem ich vorhin gesprochen habe – eine Spur aufgenommen die bis zu einer Straßenbahn haltestelle führte dann aber abriss.

00:05:32: Dass es sich bei dem gefährlichen Gegenstand um ein Messer handelte, das wollten die ermittlerlangen nicht bestätigen auch nachdem wenige Tage nach der Tat einen dringend tatverdächtiger in einer Wohnung in Fürth festgenommen wurde.

00:05:46: Klar, man würde den Mordermittlern damit auch ein wichtiges Instrument im Zuge der Vernehmung aus der Hand nehmen.

00:05:54: Denn wenn der Tatverdächtige im Verlauf der Vernemung und einer geschickten Gesprächsführung der Ermittler den Begriff Messer in den Mund nehmen würde – ohne dass die Beamten diesen nur einmal genannt hätten – wäre das Täterwissen!

00:06:08: Und der Tatvertächtiger würde sofort gefragt werden, woher wollen Sie wissen?

00:06:14: Dass es ein Messer

00:06:15: war.".

00:06:16: In den Medien ist nur die Rede von einem gefährlichen Gegenstand.

00:06:20: Und damit hätte sich der Beschuldigte in der Vernehmung ein Stück weit verraten.

00:06:24: und genau das wollen die Polizisten verhindern, dass die Tatwaffe auch tatsächlich benannt wird noch eher eine Vernehnung läuft.

00:06:35: Aber was war es denn jetzt für einen Tatwaffer oder für einen Gegenstand?

00:06:37: Ein Messer!

00:06:37: War's ein

00:06:38: Messer?!

00:06:38: Es war ein Messers!

00:06:39: Ja... Und wie lange dauerts bis man dem Verdächtigen oder einem Verdächting auf die Spur kommt?

00:06:44: Es hat nur wenige Tage gedauert, vier oder fünf Tage nach dem Verbrechen klickten dann die Handstellen wie man so schön sagt.

00:06:53: Und wen hatten dann die Ermittlerinnen genau im Visier?

00:06:57: Ja da ist zum Beispiel die Tatsache das es an der Wohnungstür keine Aufbruchspuren gegeben hatte.

00:07:04: Es lag also nahe dass sich der mutmaßliche Täter und die beiden Opfer kannten und sie ihn in die Wohnung gelassen hatten.

00:07:12: Oder aber der Täter hatte sogar einen Schlüssel.

00:07:15: Der junge Mann, den die Mordkommission inführt festgenommen hat, war zu dem Tatzeitpunkt fünfzehn Jahre alt.

00:07:21: Er war dringend tatverdächtigt und das wird später mit Blick auf die Strafbarkeit noch eine Rolle spielen – da kommen wir ja noch drauf zu sprechen Franzi!

00:07:30: Und er stammte tatsächlich aus dem näheren Umfeld der beiden Opfer.

00:07:35: Der Jugendliche ist noch am Tag seiner Festnahme einem Ermittlungsrichter vorgeführt worden, der einen Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des Mordes erließ.

00:07:45: Und wie genau sind die jetzt auf diesen Fünfzehnjährigen gekommen?

00:07:48: Ja da lassen die Ermittler nur ungern sich in die Karten gucken aber es war wohl ein Zusammenspiel aus Spuren, die in der Wohnung gefunden wurden etwa Fingerabdrücke und DNA und dergleichen Die Pferde des Personenspürhundes und sicher auch Bilder der Überwachungskameras in Straßen- und U-Bahnen, die wohl ein brauchbares Material geliefert haben.

00:08:13: Man konnte ja die Tat und die anschließende Flucht damit zeitlich ganz gut eingrenzen und somit auch das Videomaterial.

00:08:21: Schließlich war irgendwann auch die schwerst verletzte junge Frau vernehmungsfähig – und die kannte den Täter übrigens!

00:08:29: Sie war zum Tatzeitpunkt vierzehn Jahre alt und ihr getöteter Lebenspartner neunzehn.

00:08:36: Was kannst du uns dann über den Tataplauf erzählen?

00:08:39: Ja, das was da am dreißigsten April in dieser Wohnung geschah ist nur schwer zu fassen dass ein Jugendlicher so kaltbültig vorgehen kann Da fehlen einem echt die Worte.

00:08:53: also ganz nüchtern dargestellt der zunächst Nur verdächtige, fünfzehnjährige war tatsächlich der Täter.

00:09:01: Er handelte in einem regelrechten Blutrausch.

00:09:04: Die Jugendkammer I des Landgerichts Nürnberg führt hat Ende Januar zwanzig sechsundzwanzig unter Ausschluss der Öffentlichkeit das Urteil gegen ihn gefällt und es lautet Der Angeklagte muss wegen Mordes und versuchten Mordess mit gefährlicher Körperverletzung neun Jahre und sechs Monate hinter Gitter.

00:09:26: Wie das Gericht feststellte, galt der Angriff dem älteren Bruder, der Freundin des damals fünfzehnjährigen Täters und dessen vierzehn- jähriger Lebensgefährtin.

00:09:39: Offenbar hatte er angeklagt, klagte einen Wohnungsschlüssel – denn er kam frühmorgens in die Wohnung als die beiden Opfer schliefen!

00:09:48: Im Bett lagen die vierzehntjährige junge Frau und ihr Lebensgefärte.

00:09:53: Diesen kannte der Täter ja gut Denn er war der Bruder seiner dreizehnjährigen Freundin.

00:09:58: Und die Dreizehn-Jährige, die war auch zu diesem Zeitpunkt in der Nähe!

00:10:03: Sie wartete vor der Wohnungstür... Sie hatte den Auftrag, die Tür von außen zuzuzuhalten.

00:10:09: So dass keiner entkommen und Hilfe holen

00:10:12: konnte.".

00:10:12: Das finde ich falsch.

00:10:13: schon ganz schön heftig.

00:10:14: Echt

00:10:15: krass!

00:10:15: Da

00:10:16: gehst du los mit deinem Fünfzehn bis Dreizehn, gehst mit einem fünfzehnjährigen Freundlos um deinen Bruder zu töten... ...und deine Aufgabe ist es die Tür vom Außen zuzuhalten.

00:10:25: Ja unvorstellbar.

00:10:26: Das ist

00:10:26: schon

00:10:27: krass.

00:10:29: Jedenfalls die Rekonstruktion der Tat vor Gericht hat Folgendes ergeben.

00:10:34: Der fünfzehnjährige starb mit einem Messer, also diesem gefährlichen Gegenstand mehrfach auf den schlafenden Bruder seiner Freundin ein.

00:10:42: Die Gerichtsmediziner kamen später während der Obduktion auf siebenundzwanzig Messerstiche.

00:10:48: Wahnsinn!

00:10:49: Das Opfer hatte keine Chance und er lag seinen Verletzungen noch an Ort und Stelle.

00:10:54: Und die vierzehnjährige ist von dem Angriff aufgewacht.

00:11:03: Der Notruf wurde gewählt.

00:11:04: Die vierzehnjährige hatte dann auch keine Chance zu fliehen, denn wie vorhin ja schon erwähnt hat die dreizehnjährigen Schwester ihres Lebensgefährten die Wohnungstür von außen zugehalten.

00:11:16: Auch sie wurde von dem fünfzehnjährigen mit dem Messer attackiert.

00:11:19: nach Angaben des Gerichts erlitzte über Fünfzig Stich- und Schnittverletzungen und lag nach dem Angriff im Koma.

00:11:27: Sie musste über Wochen intensiv medizinisch behandelt werden und leidet noch heute an den Folgen der erlittenen schweren Verletzungen.

00:11:36: Also die Frage, die sich einfach aufdrängt – was?

00:11:40: Warum?

00:11:40: Wieso haben sie das gemacht?

00:11:41: Was war das Motiv?

00:11:42: Ja!

00:11:44: Die Jugendkammer kam zu der Überzeugung dass die dreizehnjährige unter fünfzehn- jährige ein gemeinsames Leben als Liebespaar führen wollten aber die Familie der Dreizehnjährigen vertreten durch ihren neunzehnjährigen Bruder gegen diese Beziehung allerdings war.

00:12:01: Die beiden hatten laut Gericht die subjektive Vorstellung entwickelt nach der Tötung der Familienangehörigen ein gemeinsames Leben als Paar führen zu können, es ist schon sehr einfach gestrickt uns mal ganz deutlich zu sagen das Motiv und die Tatausführung erfüllen Ansicht des Gerichts, sowohl das Mordmerkmal der Heimtückel als auch der sonstige niedrigen Beweggründe.

00:12:31: Der mittlerweile sechzehnjährige Angeklagte gestand die Tat auch vor Gericht.

00:12:36: Also wichtig in dem Zusammenhang ist auch zu erwähnen dass die Öffentlichkeit und somit auch die Medienvertreter also wir von Hauptverhandlungen im Jugendstrafrecht mit minderjährig angeklagten ausgeschlossen sind.

00:12:50: Es geht darum, Jugendliche vor Stigmatisierung zu schützen und den Erziehungsgedanken zu fördern.

00:12:56: Wir Journalisten sind in so einem Fall dann auf die Justizpresse Stelle oder auch auf Rechtsanwälte angewiesen, die ja auch mit Rücksicht auf den Jugendschutz uns Informationen zu fällen im Jugendstrafrecht dazu liefern.

00:13:11: Also ihr wart quasi nicht vor Ort?

00:13:12: Das war keine Gerichtsreporterin von uns dabei?

00:13:14: War nicht möglich!

00:13:15: Da steht dann außen nicht öffentlich.

00:13:18: Du wirst gleich wieder rausgeschmissen, wenn du reingest.

00:13:21: Weil ich würde ja mal brennend interessieren was ist los mit denen?

00:13:23: Was sind das für welche?

00:13:25: Wie kommt man denn auf die Idee dass jetzt ein guter Plan wäre sich einfach des Bruders zu entledigen und dann wird es schon alles passen?

00:13:32: Das

00:13:33: wäre vielleicht auch für uns vor Gericht erkennbar gewesen.

00:13:38: also wir hätten es sicher irgendwie herauslesen können durch die Aussagen derjenigen aber leider war nicht möglich.

00:13:47: Er wurde ja verurteilt, aber was ist denn mit der dreizehnjährigen?

00:13:51: Ja die dreizehnjährige Mittäterin.

00:13:53: Also die ist ja die Schwester des Mordopfers.

00:13:55: Die ist aufgrund ihres Alters zum Tatzeitpunkt straffunmündig gewesen.

00:14:00: Sie kann also strafrechtlich da nicht zur Verantwortung gezogen werden.

00:14:03: erst ab dem vierzehnten Lebensjahr gilt dann das Jugendstrafrecht.

00:14:07: dass sie bei den fünfzehn jährigen Täter zur Anwendung kamen

00:14:11: Ja, solche Taten sind zwar selten.

00:14:13: Aber ich meine die zentrale Frage ist trotzdem wie kommt's denn soweit?

00:14:16: Wir haben ja auch noch einen zweiten fall in der region.

00:14:19: Der hat auch für ziemlich viel aufsehen gesorgt.

00:14:21: da hat eine neunzehnjährige das war vergangenen Sommer nach einem badetag am brombachsee im streit ein fünfzehn jährigen messer in den hals gerammt.

00:14:29: Der hat es auch nicht überlebte jugendliche und Nach aussagen war auslösert dieses streits Ein streit um eine zigarette.

00:14:38: Und wenn man so in die kriminalstatistik schaut, dann sind schon so schwere Gewalttaten durch Kinder eher selten.

00:14:45: Aber es gibt in den letzten Jahren schon einen Anstieg bei sie jungen TäterInnen oder Tatverdächtigen.

00:14:52: Also zuletzt gab's sogar einen Höchststand beim Anteil von Kindern und Jugendlichen an Gewaltdelikten.

00:14:57: Wichtig ist aber dass Kinder unter vierzehn in Deutschland ja nicht als strafmündig gelten wie halt auch in unserem Fall die dreizehnjährige Schwester des Getöteten.

00:15:07: Und das führt auch schon zu gesellschaftlichen Debatten, vor allem wenn die halt sehr schwere Strafen begehen wie jetzt in diesem Fall.

00:15:15: Aber jetzt die Zahlen erklären noch lange nicht warum Kinder töten.

00:15:19: Die entstehen ja auch nicht aus dem Nichts solcher Taten vielmehr ist es so ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

00:15:25: Ein ganz zentraler Punkt ist ja auf der soziale Umfeld.

00:15:28: Also wenn Kinder in instabilen Verhältnissen aufwachsen, wenn sie vernachlässigt werden.

00:15:33: Wenn das Umfeld geprägt von Gewalt oder fehlender emotionale Bindung ist dann sprechen Experten davon dass halt eine stabile Bezugsperson fehlt.

00:15:43: Dazu kommen oft noch psychische Belastungen auch so Stress über Forderung oder emotionale Probleme die nehmen ja auch bei jungen Menschen häufig zu können mit einem Auslöser oder Grund sein und Gruppendynamik.

00:15:54: Wir hatten das ja auch vor einiger Zeit in dem Fall, wo es um den Fall von Pedro Hanting ging.

00:15:59: da haben junge Menschen sich mit Männern zum Sex verabredet und haben sie dann ausgeraubt und verprügelt.

00:16:07: Da hat er auch die Gruppe oder die Gruppendynamik eine große Rolle gespielt.

00:16:12: also bei so Klicken der sind oft wenn so Aggression Anerkennung bringt Dann können auch so Konflikte sich oft gegenseitig hochschaukeln.

00:16:21: Und die Jugendlichen, die sind ja auch in so einer Phase wo Impulskontrolle, Empathie und moralisches Urteilsvermögen noch nicht komplett ausgereift ist.

00:16:30: Das bedeutet nicht dass sie nicht unterscheiden könnten zwischen richtig und falsch aber sie handeln halt auf spontan emotional und sehr wenig vorausschauend wie auch in unserem Fall weil das war ja abzusehen erstens mal dass man ihnen, dass man sie erwischt und zweitens mal nur weil der Bruder weg ist heißt es ja noch lange nicht, dass sie ihre Beziehung so fortführen können.

00:16:51: Wenn der Rest der Familie da auch dagegen ist und was halt auch noch so ist oft das Täter in den oft halt auch die Tragweite ihrer Tat erst im Nachhinein verstehen also erst wenn's quasi Konsequenzen gibt sowohl für Opfer als auch für Angehörige Auch fürs eigene Leben.

00:17:07: Das wird ihnen oft viel zu spät bewusst.

00:17:10: Und Was man auch wo man auch getroffen haben muss Dass so viele schwere Gewalttaten sich auch ankündigen.

00:17:15: Also Es gibt Ja Wahnsignale wie wiederholte Aggression, Gewalt gegen Tiere ist ja auch so ein Klassiker oder starke massive Regelverstöße.

00:17:23: Das sind dann sogenannte Schwellentäter innen bei denen sich die problematische Entwicklung eigentlich schon abzeichnet.

00:17:29: Aber was ist jetzt das?

00:17:30: Was kann man jetzt dagegen machen?

00:17:31: Wie kann man da vorgehen dagegen?

00:17:35: Eigentlich Prävention wäre halt eine Möglichkeit.

00:17:38: also in die Familien reingehen In der Schule irgendwie Jugendhilfe einfach früh eingreifen, um Gewaltkarrieren zu verhindern.

00:17:47: Weil die meisten Kinder, die so auffällig sind, die sind ja nicht unbedingt verloren.

00:17:50: Die brauchen halt Unterstützung, sie brauchen ein bisschen Orientierung, denen müssen Grenzen aufgezeigt werden und die brauchen halt auch Begleitung vor allem.

00:17:58: Dann ist wieder die Frage was macht man mit diesen Kindern, die solche schwersten Straftaten begehen?

00:18:03: Haben wir das System reich des, was wir haben aus dass einfach man sagt ab vierzehn bis zur strafmündig davor halt einfach nicht Wie in unserem Fall, du hast ja gesagt bestraft für die dreizehnjährige Mitheterin nicht.

00:18:15: Aber gibt es irgendwelche Konsequenzen für sie?

00:18:17: Also ich kann mir vorstellen das kenne ich so aus anderen Fällen dass Strafunmündige also dass die Staatsanwaltschaft strafunmünde Kinder meldet dem Jugendamt meldet.

00:18:30: Das wird schon vermerkt und wird auch irgendwo gespeichert.

00:18:35: Es ist so dass dann des Jugendamts auch darauf einwirkt und auch präventiv Urlaub vorgehen wird.

00:18:43: Möglicherweise kommt dann eben auch eine therapeutische Behandlung dabei raus, aber das sind alles Vollgemaßnahmen.

00:18:50: Das muss dann geprüft werden.

00:18:52: Du hast ja jetzt schon einige Jahre Erfahrung als Polizeireporter gesammelt?

00:18:56: Fallen dir noch so weitere Fälle ein, wo junge Menschen so schwere Straftaten begangen

00:19:00: haben?

00:19:00: Gut, schwere Straftaten wie in diesem Fall nicht.

00:19:04: also ist wirklich eine Seltenheit weil dass der Fall ist einfach schlichtweg außergewöhnlich.

00:19:13: Dass Jugendliche durchaus gewaltbereit sind und auch verletzen können mit Messer oder anderen Gegenständen, das habe ich schon öfter erlebt in meinem Job als Polizeireporter also nicht persönlich sondern halt darüber berichtet.

00:19:30: von Gruppendynamik haste vorhin gesprochen.

00:19:33: junge minderjährige Männer sind meistens oftmals Jungs die dann zum Beispiel an der Frankenstraße im U-Bahnverteiler mit dem Messer Menschen ausrauben, Messer bedrohen und dann Geld verlangen, Handy verlangen usw.

00:19:50: Das sind so Fälle, die immer wieder auftauchen.

00:19:55: Es ist einer von vielen... Aber so schwere Straftaten sind eher selten!

00:20:00: Ich erinnere mich aber auch noch an die beiden Jugendlichen, die im November in Nürnberg Langwasser Feuerlöscher aus Hochhäusern warfen.

00:20:12: Und zwar aus ziemlich großer Höhe, aus dem zwölften oder dreizehnten Stock.

00:20:17: und so ein Feuerlöscher hat ein gewisses Gewicht und bei der Fallgeschwindigkeit auch ist es ein tödliches Geschoss dann unten wenn das Ding aufprallt.

00:20:30: Also in einem fall verfehlte dieses schwere Trum tatsächlich einen Menschen.

00:20:36: Es lief dann noch auf eine Anklage wegen Versuch der Tötung hinaus.

00:20:42: Und dieser Mensch, der ist eben nur knapp dem Tod entrohnen, der da unten auf der Straße lief.

00:20:51: Darüber haben wir übrigens auch schon mal ein Podcast aufgenommen.

00:20:54: Da ist aber ein großer Unterschied finde ich!

00:20:57: Die Feuerlöscher werfen den Menschen, die sind doof, machen was richtig Beknacktes... Aber die sind halt beknackt können die Konsequenzen ihrer Handlungen wahrscheinlich nur im gewissen Rahmen absehen und machen einfach was Saudummes.

00:21:12: Und im schlechtesten Fall hätten sie dabei einen Menschen getötet.

00:21:15: So ist es ja, also das war kein gezielter Angriff von den Menschen.

00:21:18: Genau!

00:21:18: Das, was wir hier sehen, das ist ja abgefahren.

00:21:21: Du gehst morgens um sechs mit deinem Schlüssel in die Wohnung deines Schwagers oder...

00:21:25: Es folgt einem schlimmen Plan?

00:21:27: Ja!

00:21:28: Da sind zwei Beteiligte.

00:21:30: Eine Person führt's aus, wo du auch erst mal sagen musst insgesamt ist es ja schon schwer vorstellbar dass du geplant siebenundzwanzigmal auf eine Person einstiegst.

00:21:39: dann ist das noch eine fünfzehnjährige Person und dann steht auch noch die dreizehnjährigen Schwester von der Tür des Getöteten und hält die Tür zu um dafür zu sorgen dass sicher keiner von beiden entkommt.

00:21:49: Das hat ja ne ganz andere Qualität!

00:21:51: Also bei den vielzolleren Messerstichen also... Wenn man's über zwanzig und dann noch mal fünfzig auf die Frau, muss man auch von Übertötung sprechen.

00:21:59: Also da spielen ja noch ganz andere Faktoren eine Rolle.

00:22:03: Die denke ich mal vor Gericht dann auch zu Sprache kamen Wissen wir nicht.

00:22:08: Aber Übertötung ist immer ein großes Thema Und da spielt sehr viel Hass eine Rolle.

00:22:14: aber das bei einem fünftinjährigen?

00:22:16: starker Tobak?

00:22:18: Über die Familienverhältnisse weiß man wahrscheinlich relativ wenig, in dem Fall.

00:22:22: Weil es ein Jugendlicher war und weil sie besonders geschützt werden.

00:22:25: ja.

00:22:27: Ja gut aber vielleicht doch mal positive Ausblick.

00:22:29: du hast zwar vorhin von der wachsenden Zahl von jungen Menschen gesprochen die zu Gewalt neigen.

00:22:40: das bezieht sich auf Zahlen aus der Vergangenheit.

00:22:44: eine ganz aktuelle Zahl jetzt zumindest für Mittelfranken fürs Jahr zwanzig, fünfundzwanzig ist dann etwas erfreulicher.

00:22:50: Das vielleicht noch mal als netten Abschluss denn in diesem Zusammenhang die aktuelle Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Mittelfranken gibt da nämlich raus das Tatverdächtige unter einundzwantig Jahren Also die Zahl der Tatverdächtigen unter einundzwanzig Jahren um vier Kommonsieben Prozent auf siebentausend dreihundertneun Personen gesunken ist und liegt damit auf dem niedrigsten Niveau der vergangenen zehn Jahre.

00:23:19: Es immer noch sehr viel, jeder Tart ist zuviel aber offenbar es dann einen Rückgang zu bemerken zumindest in den jahren vierundzwantig auf wundzwanzig Und bei den Jugendlichen zwischen vierzehn und siebzehn Jahren beträgt der Rückgang sogar neun Komma zwei Prozent.

00:23:37: Aber nichtsdestotrotz hat auch ein leitender Kriminaldirektor in einem Presse Gespräch gesagt, dass trotz dieser Zahlen die da nach unten gegangen sind zu beobachten ist das junge Menschen zu immer gefährlicheren Gegenständen greifen und die Hemmschwelle diese auch einzusetzen immer weiter nach unten geht.

00:24:01: Liebe Hörerinnen, liebe Hörern!

00:24:03: Ihr wisst wo ihr uns hören könnt auf Spotify, IT und jedem Podcast Player eurer Wahl.

00:24:07: Und wir freuen uns über eine positive Bewertung und hören uns beim nächsten Mal.

00:24:24: Tschüss!

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