Segelschule Teil 2: Wie Missbrauch unentdeckt bleiben konnte
Shownotes
Wie kann sexualisierte Gewalt in einem Sportverein über Jahrzehnte verborgen bleiben – und was hilft Betroffenen, Angehörigen und Vereinen, genauer hinzusehen?
Im zweiten Teil von „Abgründe: Segelschule“ sprechen Ulrike Löw und Lena Wölki mit dem polizeilichen Fallanalytiker Markus Hoga und dem Ermittler Roland Berger. Sie rekonstruieren, wie ein Täter in einem Segelverein ein geschlossenes System aufbauen konnte, warum Gruppenzugehörigkeit und Abhängigkeiten eine wichtige Rolle spielten und weshalb die Ermittler ihre Perspektive auf den Fall verändern mussten.
Die Folge beschäftigt sich nicht mit sensationsheischenden Tatdetails, sondern mit den Mechanismen dahinter: Wie funktionieren Manipulation und Kontrolle? Warum können sexualisierte Übergriffe lange unentdeckt bleiben? Und was erschwert es betroffenen Jungen und Männern, das Erlebte einzuordnen und Hilfe zu suchen?
Hinweis: Diese Folge thematisiert sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen, Suizid sowie psychische Belastungen.
Darum geht es in dieser Folge warum Pubertät, Gruppenzugehörigkeit und der Wunsch nach Anerkennung Betroffene besonders verletzlich machen können wie sogenannte geschlossene Systeme Täterstrategien begünstigen und den Informationsfluss nach außen kontrollieren weshalb ein tadelloser Ruf und sichtbarer Erfolg im Verein ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen können warum Scham, Schuldgefühle, Angst und ambivalente körperliche Reaktionen die Verarbeitung erschweren welche Rolle Polizei, Rechtsberatung, vertrauliche Spurensicherung und Beratungsstellen bei der Unterstützung spielen wie Sportvereine mit Schutzkonzepten, klaren Verhaltensregeln und Risikoeinschätzungen Prävention stärken können Auch Stefan Bauer vom Jungenbüro Nürnberg erklärt, warum männliche Hilfesuche noch immer mit Scham verbunden sein kann und weshalb eine anonyme Online-Beratung für viele Betroffene einen ersten Zugang zu Unterstützung bietet.
Die zentrale Botschaft der Folge: Die Verantwortung für sexualisierte Gewalt liegt immer beim Täter – niemals bei den Betroffenen. Und Prävention beginnt dort, wo Vereine hinschauen, Regeln schaffen und Kindern sowie Jugendlichen vermitteln, dass sie ihren Gefühlen vertrauen dürfen.
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