Folge 2: Der Mensch Wolfgang

Shownotes

Wolfgang Plan gilt in Georgensgmünd als ganz normaler Bürger. Er ist Sportschütze, Jäger und betreibt eine Kampfsportschule. Doch während seine Nachbarn in ihm einen ganz normalen Mitbürger sehen, radikalisiert sich Plan zunehmend. Er erklärt sein Grundstück zum eigenen Staatsgebiet, erkennt staatliche Behörden nicht an und nennt sein Zuhause den „Staat Plan“.

Als das Landratsamt ihm seine 31 Schusswaffen entziehen will, eskaliert die Situation. Am Morgen des 19. Oktober 2016 rückt ein Spezialeinsatzkommando an. Plan schießt elfmal auf die Beamten. Ein Polizist wird tödlich verletzt.

In dieser Folge fragen wir: Wer ist dieser Mann, der dem Reichsbürger-Milieu zugeordnet wird? Welche Warnzeichen gab es – und hätte man ahnen können, dass er eines Tages zu Gewalt greift?

Dass am 8. Oktober 2026, rund eine Woche vor der Veröffentlichung der ersten Folge dieser Reihe, erneut tödliche Schüsse bei einer Waffenkontrolle in der Region gefallen sind, ist ein tragischer Zufall. Fast genau zehn Jahre nach der Eskalation von Georgensgmünd erschießt ein Mann in Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz eine 54 Jahre alte Frau und ihren 45 Jahre alten Kollegen, zwei Mitarbeiterende des Landratsamts. Der Sportschütze war zuvor nicht auffällig geworden und laut Nachbarn nicht ins Dorfleben integriert. Seine Motive sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Podcasts, Mitte Oktober, nicht bekannt. Die Hintergründe der beiden Taten sind damit unterschiedlich und ein direkter Vergleich ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich.

„Der Reichsbürger von nebenan“ ist eine „Abgründe“-Recherche des Verlags Nürnberger Presse. Das hier ist Folge 2 der Serie. Neue Folgen gibt es immer freitags.

Kennt ihr jemanden, der droht in Verschwörungstheorien oder in das Milieu der Reichsbürger abzugleiten? Hier findet ihr Hilfe.

Beratungsstelle vom Bundesfamilienministerium und vom Bundesinnenministerium: https://beratungskompass-verschwoerungsdenken.de/

Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus: https://www.bige.bayern.de/

Transkript anzeigen

00:00:11: Es gibt Menschen, die leugen in die Existenz der Bundesrepublik Deutschland.

00:00:16: Sie vertrauen nicht auf unsere Justiz.

00:00:18: Stattdessen rufen sie ihren eigenen Staat aus.

00:00:22: Wolfgang Plan ist so ein Mensch.

00:00:25: Auf meinem Staatsterritorium verbieten sich gar nichts!

00:00:39: Sein Staatsterrorium nennt er ... Den Startplan.

00:00:43: Die Grenzen seines Staates hat er mit einer gelben Linie um sein Grundstück markiert, er ist überzeugt die Bundesrepublik Deutschland hat dort nichts zu sagen.

00:00:54: immer wieder streitet er sich mit Behörden und Gerichtsvollziehern.

00:01:05: Videos von diesen Begegnungen filmt er selbst und stellt sie ins Internet.

00:01:09: Wenn man NachbarInnen oder Menschen aus Georgens-Gmünd nach ihm fragt, dann hört man das.

00:01:14: Der ist in der Ortsumgebung ein ganz normaler Mitbürger Mensch gewesen den man auf der Straße grüßt, den man vielleicht auch den einen oder anderen Smalltalk auf Veranstaltungen mit hat also eine ganz normale Bürger der Gemeinde Georgensgmünd.

00:01:27: Wolfgang Plan hat Schulden unter anderem weil er keine Steuern zahlt.

00:01:31: wenn er mal wieder Besuch von Gerichtsvollzieherinnen bekommt Dann debattiert er in seiner Küche mit ihnen oder schmeißt die Beamtinnen von seinem Grundstück.

00:01:40: Wir werden es mit sieben Gründen schreiben, mit meinem Namen in einer Variantange machen beim zuständigen Gericht hinter den Rack.

00:01:47: Ich stehe nicht auf dem Boden des Gründgesetzes in der

00:01:49: gündlichen Fassung von unheimlichem.

00:01:52: Stehen Sie auf der Fassung des gründlichen Grundgesetzes von unruhigem.

00:01:56: Wolfgang Plan ist Reichsbürger und Selbstverwalter.

00:02:00: In der Lokalzeitung gibt er eine Lebenderklärung ab.

00:02:04: Darin schreibt er handschriftlich Hiermit erkläre ich, der lebendige, beseelte und selbstbewusste Mann aus Fleisch und Blut nach der päpstlichen Bulle von Fünfzehntundvierzig unam Sanctum Catolicam.

00:02:18: Dass sich tatsächlich auf diesem Planeten genannt Erde, darunter stehen die Namen von zwölf Zeuginnen – und ihre Fingerabdrücke in roter Farbe!

00:02:28: Der Anblick erinnert an Blut.

00:02:32: Ganz freundliche Mensch.

00:02:33: Ich hätte von ihm nie so was vorstellen

00:02:37: können.".

00:02:38: Ein Spinner, ein freundlicher Spinner sagen uns NachbarInnen hinter vorgehaltener Hand – nur ein freündlicher Spiner der E-Geware und Pistolen legal in seinem Haus lagert.

00:02:50: Irgendwann trauen die Behörden ihm nicht mehr zu, verlässlich mit den Waffen umzugehen.

00:02:56: Deshalb wollen sie ihm diese abnehmen.

00:02:58: Doch freiwillig gibt er sie nicht ab!

00:03:01: Deshalb sieht Wolfgang Plan am neunzehnten Oktober, zwei Tausendsechzern kurz nach sechs Uhr blaulich durch das Fenster seiner Wohnung.

00:03:10: Aufwachen!

00:03:11: Polizei?

00:03:11: Aufwachten!

00:03:13: Im Haus sind Essig-Habeamte.

00:03:15: Sie kommen gleichzeitig durch mehrere Eingänge des Hauses.

00:03:18: sie kommen die Treppe hoch in den ersten Stock wo Wolfgang plan wohnt.

00:03:22: er greift unter sein Kopfkissen.

00:03:24: dort liegt eine Pistole eine Glockvierdreißig.

00:03:28: Neben seinem Bett hatte er eine Schutzsichere Weste und ein Messer mit zwölf Zentimeter langer Klinge.

00:03:34: Durch die verglasste Wohnungstür erkennt er Polizisten, Helmen, Schutzwesten, Waffen.

00:03:42: Ein Beamter geht vor seiner Wohnungstour in die Hocke.

00:03:45: Mit einem Spezialgerät will er die Tür öffnen.

00:03:48: Wolfgang Plan sieht ihn Dann hebt er die Waffe.

00:03:53: Elf Schüsse gibt er ab.

00:03:56: Sieben Kugeln treffen den SCK-Beamten Daniel Ernst Eine davon geht an der schusssicheren Weste vorbei und trifft ihn an der Schulter.

00:04:05: Mit schweren Verletzungen kommt er in ein Krankenhaus, in der darauf folgende Nacht stirbt er.

00:04:14: Wer ist Wolfgang Plan?

00:04:37: Mein Name ist Franziska Wagenknecht Und das hier ist Der Reichsbürger von Nebemann eine abgründere Scherche In insgesamt vier Teilen.

00:04:47: erzählen wir euch, wie der Vorfall am neunzehnten Oktober zwei Tausendsechzern in Georgenskmünd zu einem grundsätzlichen Umdenken in Deutschland mit der Reichsbürgerszene führte.

00:04:58: In der ersten Folge haben wir ausführlich über den Einsatz gesprochen.

00:05:02: Nun wollen wir über Wolfgang Plan sprechen – den Täter!

00:05:07: Wer ist er und wie hat er sich radikalisiert?

00:05:11: Gibt es irgendein Punkt an dem man sagen hätte Hätten wir das früher erkennen können.

00:05:16: Ich bin nach wie vor der Überzeugung

00:05:18: nein.".

00:05:19: Wir wollen die Ideologie der Reichsbürger anschauen und herausfinden, wie gefährlich sie sind!

00:05:24: Dafür sprechen wir mit Menschen, die Wolfgang Plan kennen – Mit Experten und Politikern.

00:05:44: Wir schauen uns an, welche Verwicklungen es in Franken gibt bis hinein in die Gruppe um Prinz Reus der mit seinen Mitstreitern und Mitstreiterinnen geplant hatte

00:05:53: hochrangige

00:05:54: PolitikerInnen zu entführen.

00:05:56: Und die Grupe habe darauf abgezielt die freiheitlich-demokratische

00:06:01: Grundordnung abzuschaffen

00:06:03: und das

00:06:04: Ganze

00:06:05: mutmaßlich in Verbindung mit einem Sturm auf den Reichstag zu vollziehen.

00:06:10: Wir sprechen mit den Eltern des getöteten SCK-Beamten Daniel Ernst.

00:06:19: Das war schon, dann haben sie die Geräte

00:06:23: abgestellt

00:06:23: und das war natürlich so extrem weil man hat ja ... Man hat ja seine Hand in der Hand gehabt und es war ja

00:06:35: alles durch gut logisch.

00:06:37: Und wir stellen die Frage, für wie gefährlich die Behörden Reichsbürger heute noch halten?

00:06:43: Wir haben nun wenn man diese zehn Jahre zurückblickt natürlich die öffentliche Information wesentlich

00:06:49: verstärkt noch

00:06:50: die Warnung der Bevölkerung

00:06:52: aber vor allen Dingen

00:06:53: auch

00:06:53: konsequent

00:06:55: die Entwaffnung der Reichsböger vorangetrieben.

00:06:59: Ihr hört Folge zwei Der Mensch Wolfgang Kleiner.

00:07:03: Disclaimer, wenn ihr die Geschichte von vorne hören wollt, fangt am besten bei Folge eins.

00:07:09: Der Urknall an!

00:07:16: Wir haben uns auf Spurensuche in Georgensk Münd begeben.

00:07:20: An einem der heißesten Sommertage des Jahres laufen unsere Reporter Tobias Lang und Janik Westerweller durch ein Wohngebiet, in dem alle Straßen zum Thema Wein benannt sind Zum Trollinger Weg, Rieslinggasse oder Winzerweg.

00:07:33: Man findet dort Einfamilienhäuser Wir pflegte Vorgärten, Garagen, Hecken.

00:07:39: Daneben Reihenhäuser – die aussehen als könnten sie in den neunzehnhundertsechzigern und siebziger Jahren entstanden sein.

00:07:47: Es ist eine ruhige Gegend nur selten fahren Autos vorbei.

00:07:51: Dass wir nicht nach Georgens-Gmünd gehören fällt den AnwohnerInnen auf.

00:07:56: Allein schon.

00:07:56: dass unser Auto ein ortsfremdes Kennzeichen trägt beschert uns teilweise kritische teils interessierte Blicke.

00:08:04: In dieser Gegend, ein paar Meter den Hügel hinauf in einer Sackgasse wohnte Wolfgang Plan bis zum Jahr.

00:08:11: In einem Haus mit großem Wintergarten und markanten blauen Fensterrahmen.

00:08:16: Wir wollten mit Wolfgang Plans Nachbarinnen sprechen.

00:08:19: Schon Wochen vorher hatten wir allen Anwohner in einen Zettel in den Briefkasten geworfen – ein Aufruf ob sie bei unserem Podcast mitmachen wollen!

00:08:28: Wir erhalten nur eine Rückmeldung von einem Mann, der sich lediglich gefragt hatte ob das fremde Auto von der Presse war.

00:08:36: An diesem Tag gehen wir von Tür zu Tür.

00:08:39: Auch heute wohnen dort noch einige Menschen die Wolfgang Plan persönlich kannten.

00:08:44: Wir sprechen mit den NachbarInnen auf offener Straße.

00:08:46: Eine Frau räumt gerade ihre Einkäufe aus dem Auto.

00:08:50: Sie lädt uns in ihr Wohnzimmer ein.

00:08:52: Mit einer anderen Nachbarin sprechen wir durch ihr gekipptes Küchenfenster.

00:08:57: Sie lädt keine Fremden in ihr Haus ein, sagt sie.

00:09:00: Die Gespräche laufen oft ähnlich.

00:09:02: Sie erzählen uns, dass sie Wolfgang Plan kannten.

00:09:05: Dass er immer ganz freundlich war.

00:09:07: Dass die sich nie hätten vorstellen können, dass er einmal auf Polizisten schießen würde.

00:09:13: Worüber kaum jemand mit uns sprechen möchte?

00:09:16: Erst recht nicht vor dem Mikrofon.

00:09:18: was damals am neunzehnten Oktober zwei tausendsechzehn in Gjorgenskmynd passiert ist.

00:09:25: Wir sprechen mit einem Nachbarn.

00:09:27: Er sagt, dass er die ganze Geschichte erzählen will wie er es formuliert.

00:09:54: Auch über den Prozess und das Urteil gegen Wolfgang Plan wollen wir in diesem Podcast sprechen.

00:10:34: Dort verdient er ausgerechnet mit Gewaltprävention ein Teil seines Geldes.

00:10:38: Denn seine Wing-Zung-Schule arbeitet unter dem Motto, wir haben etwas gegen Gewalt!

00:10:44: Als Kampfsportträner übt er mit vielen seiner NachbarInnen – trainiert die Kinder im Ort.

00:10:49: Der war der Trainer vor meinem Sohn.

00:10:53: Ganz freundliche Mensch also.

00:10:55: ich hätte von ihm nie so was vorstellen können.

00:11:00: Er war immer sehr nett Aber mit der Zeit hatte sich immer mehr zurückgezogen.

00:11:05: Wir treffen die Nachbarin an ihrem Gartenzaun, sie arbeitet gerade im Garten.

00:11:10: Am Tag des Einsatzes erzählt sie uns ist ihr Sohn morgens zur Schule gelaufen – an den vermummten Polizisten vorbei.

00:11:17: Nach der Schule ist er weinend nach Hause gekommen schockiert und traumatisiert von dem was er gesehen hat.

00:11:24: Er hat gesehen, wie schwarz maskierte Menschen die Scheibe einschlagen.

00:11:28: Und er hat gemeint, dass da ein Einbruch stattfindet und ist dann heulandheim gekommen.

00:11:35: Ihr Sohn habe danach wochenlang große Angst gehabt, erzählt sie.

00:11:39: Der hat immer die Decke über dem Kopf gezogen.

00:11:41: so ist der eingeschlafen.

00:11:43: Einen anderen Nachbarn treffen wir nur etwa hundert Meter weiter.

00:11:47: Ein älterer Herr.

00:11:48: auch er arbeitet in seinem Garten.

00:11:50: Als wir ihn ansprechen, bietet er uns sofort einen Platz auf Gartenstühlen vor seinem Haus an.

00:11:57: Er kannte Plan schon als er noch ein kleines Kind war.

00:12:01: Seine Mutter sei früh verstorben, als Plan gerade einmal wenige Monate alt war.

00:12:06: Suizid heißt es im Ort!

00:12:09: Dann wuchs Plan bei seinen Großeltern auf – war viel draußen unterwegs.

00:12:14: Als feinen Kerl beschreibt der den Wolfgang Plan den er damals kannte.

00:12:19: Kleine Vorwarnung Er spricht sehr tiefes Frankisch und ist ein bisschen schwer zu verstehen.

00:12:33: Der Nachbar erzählt, dass er oft mit Wolfgang Plan beim Angeln war.

00:12:37: Da sei er schon als Kind besonders ehrgeizig gewesen.

00:12:41: Damals hatte er viel Zeit mit Plan verbracht.

00:12:44: Dann hat er ihn lange nicht mehr gesehen Bis zu einem Moment mehrere Jahre später.

00:12:50: Wolfgang Plan, damals wohl um die zwanzig Jahre alt soll mit seinen Freunden durch die Straßen des Orts gelaufen sein.

00:12:57: Regelrecht marschiert!

00:12:59: Alle trugen Uniformen, die den Nachbarn an SS-Uniform erinnern.

00:13:04: Braune Hemden?

00:13:04: Mit langen schwarzen Mändeln dazu mützen.

00:13:08: Sonst kenne er solche Uniforme nur aus Geschichtsdokus im Fernsehen.

00:13:13: Der Sauberter herkommt richtig wie der Hitler, wenn er auch zuhause ist.

00:13:21: Das ist natürlich nur ein kleiner Ausschnitt aus der Realität.

00:13:25: War es nur die Provokation eines jungen Mannes oder spiegelt er seine damalige Gesinnung?

00:13:32: Was es wirklich mit den SS-artigen Uniformen auf sich hat, können wir heute nicht mehr nachvollziehen.

00:13:49: Außerdem isst Plan-Sportschütze und Jäger.

00:13:52: Deswegen hatte auch Waffen – viele Waffen!

00:13:55: Einen dreißig Pistolen, Revolver und Gewehre besitzt er vollkommen legal.

00:14:00: Dass Wolfgang Plan viele Jahre später auf Polizisten schießen wird, ist für den Nachbarn der ihn seit seiner Kindheit kennt noch immer unvorstellbar.

00:14:14: Als netten Nachbaren beschreiben Wolfgang plan die Anwohnerinnen heute Vielleicht ein bisschen eigenbrötlerisch, einen Einzelgänger.

00:14:33: Manche nennen ihn sogar Spinner wenn man nach seinen politischen Ansichten fragt.

00:14:38: So beschreibt ihn Ben Schwarz der von zehntausend elf bis zweitausend dreiundzwanzig Bürgermeister in Georgensk-Münd war.

00:14:45: Heute ist er Landrat im Landkreis Rot.

00:14:49: Er war in der Gemeinde ganz normal integriert, hatte auch aktiv.

00:14:56: Unter anderem hat er einen Kampf-Sport aber auch Selbstverteidigungsschule mitbetrieben.

00:15:02: In der Gemende war durchaus auch in Vereinen mitaktiv also jemand der im Ortsleben zumindest nicht unter dem Radar ist sondern bekannt war und ist.

00:15:15: Ben Schwarz ist selbst in der Gemeinde aufgewachsen.

00:15:18: Er kennt den Ort, kennt die Menschen.

00:15:21: Also Wolfgang Peh ist jetzt nicht erst durch diesen Vorfall mir bekannt gewesen, sondern er ist in der Ortsumgebung ein ganz normaler Mitbürger Mensch gewesen, den man auf der Straße grüßt, den vielleicht auch den einen oder anderen Smalltalk-Aufveranstaltungen mit hat also eine ganz normale Bürger der Gemeindegierungsgemeinde.

00:15:39: Bei Wolfgang Plan gibt es irgendwann einen Moment, indem er dem Behörden auffällt.

00:15:44: Schwarz erinnert sich an einen Besuch im Einwohner-Meldeeamt im Januar, ein Dreivierteljahr vor dem Einsatz am neunzehnten Oktober, einem Mitarbeiterin des Amtes kommt zu Ben Schwarz und berichtet von einer ungewöhnlichen Situation.

00:16:00: Wolfgang Plan sei dort mit zwei Zeugen erschienen Er habe seinen Personalausweis abgeben wollen offenbar mit dem Ziel damit auch seine deutsche Staatsangehörigkeit abzulegen.

00:16:14: Wie gefährlich Plan wirklich ist, zu was erfähig ist kann damals niemand ahnen.

00:16:19: Ich glaube man muss sich von dem Gedanken verabschieden das Reichsbürger oder auch andere extreme Geschichten dass die direkt erkennbar sind.

00:16:28: sonst wäre es ja einfach dass man gesellschaftlich damit umgehen kann.

00:16:32: Das sind Menschen wie du und ich, die halt aus irgendeinem Grund eine Ideologie verfallen und vielleicht dann auch, dass es Punkte gibt, wie sie sich radikalisieren und wo man anfangen muss hinzuschauen.

00:16:45: Und das ist nach wie vor die große Herausforderung, die wir als Gesellschaft

00:16:48: haben.".

00:16:57: Den Personalausweis kann man abgeben Die deutsche Staatsangehörigkeit wird man dadurch aber nicht los und Wolfgang Plan besitzt weiterhin einen Reisepass.

00:17:09: Für die Mitarbeiterinnen des Einwohner-Mälderamts ist der Vorgang trotzdem ungewöhnlich, wenn.

00:17:14: Schwarz recherchiert dazu im Internet und findet heraus Behörden in Ostdeutschland kennen das Phänomen schon länger.

00:17:22: Menschen, die ihre Ausweise zurückgeben wollen weil sie die Bundesrepublik Deutschland nicht als ihren Staat anerkennen Das Milieu der sogenannten Reichsbürger.

00:17:34: Im März, zwei Tausendsechzehn meldet Wolfgang Plan seinen Wohnsitz beim Einwohner-Meldeeamt ab.

00:17:40: Obwohl er weiterhin in seinem Haus in Gjorgenskmynd wohnt.

00:17:43: Beim Amt erklärt er es so – Er habe vor eine lange Weltreise zu machen!

00:17:49: Wann er zurückkommt, wisse er noch nicht.

00:17:52: Auch sein Gewerber als Kampfsportlehrer meldet er ab.

00:17:55: Zahlt fortan keine Steuern mehr.

00:17:58: Für die MitarbeiterInnen des Einwohner-Mälderamts ist dieser Vorgang ungewöhnlich.

00:18:02: Wolfgang Plan wirkt auf den ersten Blick wie einer, der zwar seltsame Ansichten hat – aber ungefährlich ist.

00:18:09: Hätte man ahnen können dass er auf die SEK Beamten schießen würde?

00:18:14: Darüber denkt Ben Schwarz bis heute nach.

00:18:17: Gibt es irgendein Punkt an dem man sagen hätte können, hätten wir das früher erkennen können?

00:18:23: ich bin nach wie vor der Überzeugung nein

00:18:26: Doch die Warnzeichen waren da.

00:18:29: Wie genau sich Wolfgang Plan radikalisiert hat, wie er zu dem Reichsbürger geworden ist der im Oktober zwei Tausendsechzehn auf SEK-Beamte schießt lässt sich nicht genau nachvollziehen.

00:18:40: Es sind nur einzelne Momentaufnahmen die seine Gesinnung zeigen.

00:18:45: Manche davon kann man sogar noch heute ganz einfach nachvollzieh'n Denn seine radikalen Ansichten teilt Wolfgang plan auf Facebook.

00:18:55: Diesen Account gibt es immernoch.

00:18:58: Sein letzter Post stammt vom achtzehnten Oktober zwei Tausendsechzehn, dem Tag bevor Plan auf die SEK-Beamten schießt.

00:19:08: Besonders aktiv ist er dort in den Wochen vor dem Einsatz.

00:19:12: Bis zu rund zwanzig Posts setzt er dort an manchen Tagen ab, teilt Beiträge beispielsweise von russischen Staatscenter Russia Today oder vom Kopf Verlag der für seinen Schwerpunkt auf rechtsextremer Literatur und Esoterik bekannt ist.

00:19:28: Der Inhalt seiner Beiträge Klingt wie aus einem Handbuch für Verschwörungserzählungen.

00:19:33: Die Wahlen in Deutschland seien gefälscht, die Bundesrepublik bereite sich auf den Dritten Weltkrieg vor – die Regierung wolle Privatbesitz abschaffen!

00:19:43: Seine Facebook-Freund in den Wissen schon lange wie Wolfgang Plan tickt.

00:19:47: Einem größeren Publikum wird er im Landkreis Rot bekannt als er in der Lokalzeitung eine Anzeige mit dem Titel Erklärung unter Eid aufgibt.

00:19:56: Später postete auch auf Facebook ein Foto von dem Blattpapier, auf dem es handschriftlich heißt.

00:20:10: Ich bin immer noch am Leben und weder auf hoher See, noch sonst wo im Universum verschollen.

00:20:29: Außerdem erkennt er darin die kaiserliche Verfassung vom sechzehnten April, Achtzehnhundertseinundsiebzig und die bayerische Verfassung von Achtzenthundertachzehn an.

00:20:39: Darin heißt es unter anderem das alle Staatsgewalt vom König ausgeht – auf die Zitat Fiktionale Staatsangehörigkeit der Bundesrepublik Deutschland oder der Europäischen Union will er

00:20:52: verzichten.".

00:20:54: Solche Lebenderklärungen sind typisch für die Reichsbürgerszene.

00:20:59: Sie sind überzeugt davon, dass jeder Mensch zunächst von Geburt an eine sogenannte natürliche Person ist – ein freier Mensch!

00:21:08: Doch durch Geburtsurkunden, Personalausweis und andere Dokumente erschaffe der Staat eine künstliche Identität und man werde zur juristischen Person.

00:21:18: Die Reichsbörger glauben, werde man aber wieder zur natürlichen Person.

00:21:26: Rechtlich ist das natürlich Quatsch!

00:21:29: Problematisch wird es dadurch, dass Reichsbürger damit letztlich die staatliche Rechtsordnung infrage stellen.

00:21:35: Sie argumentieren Gerichtsurteile oder Bußgeldbescheide würden sich nur gegen die juristische Person wenden und nicht gegen sie als freie Menschen.

00:21:57: Wann genau Wolfgang Plan beginnt, sich Verschwörungstheorien und der Reichsbürger Ideologie zuzuwenden lässt sich nicht mehr genau sagen.

00:22:05: Anhaltspunkte finden sich in Wolfgang Plans Vergangenheit.

00:22:10: Viele Jahre war er ein angesehener Vermögensberater bis ihn einen Verkehrsunfall im Jahr two-tausendseins aus der Bahn wirft.

00:22:18: Plan elit einen Schädelhirn Trauma.

00:22:21: über zehn jahre galt er als Erwerbsunfähig.

00:22:25: Kritisch wurde es, als die Behörden der Meinung waren er könne wieder arbeiten.

00:22:30: Die Rente wurde ihm gekürzt.

00:22:32: Dagegen lagte er und verlor Vorgericht.

00:22:36: Danach wollte er mit dem Staat nichts mehr zu tun haben.

00:22:39: so wird das später im Prozess rekonstruiert.

00:22:45: Plan sympathisiert fortan mit dem Weltbild der Reichsbürger vor allem ab zwei tausend fünfzehn.

00:22:52: deswegen trennt sich auch seine Partnerin von ihm Mitte er zwei Jahre lang eine Beziehung führte.

00:22:58: Er zahlt keine Steuern, keine GZ-Gebühren und Rechnungen mehr.

00:23:03: Aus diesem Grund wird gefordert, dass er seine Vermögensverhältnisse offenlegt.

00:23:07: Umgangssprachlich nennt man das Offenbarungseid.

00:23:12: Doch Plan erscheint zu mehreren Terminen nicht – er weist Gerichtsvollzieher bei sich zu Hause ab!

00:23:18: Später wird deswegen sogar ein Haftbefehl vom Amtsgericht Schwabach erlassen.

00:23:23: Auch seine IHK-Beiträge die als Unternehmer zahlen muss sind schon lange fällig.

00:23:33: Ein Gerichtsvollzieher soll die Schulden eintreiben.

00:23:37: Wolfgang Plan filmt das Gespräch und stellt es später ins Internet.

00:23:42: Solche Videos veröffentlicht er ab Mai, ist mittlerweile verschwunden.

00:23:49: Hochgeladen wird das Video aber erneut auf einem Kanal der am zwanzigsten Oktober, genau einen Tag nach der Tat erstellt wird.

00:23:59: Wer das Video hochlädt, ist nicht bekannt.

00:24:03: Daran zu sehen ist Plan damals neunundvierzig Jahre alt in einer Küche.

00:24:08: Wolfgang Plan hat eine Glatze erblickt seinen Besucher ein Gerichtsvollzieher ernst an.

00:24:15: Er steht aufrecht Spannt die Muskeln an drückt die Schulter nach hinten.

00:24:21: Dieser Besucher ist ihm alles andere als willkommen.

00:24:24: Plan tritt energisch und herrisch auf bleibt jedoch in der kontrollierten Haltung eines Kampfsportlers.

00:24:31: Auffällig ist die formelle Kleidung.

00:24:34: Weiße Hose, dunkelblaues Kurzarmhemd und Krawatte.

00:24:39: An seinem Handgelenk trägt er eine große goldene Uhr.

00:24:42: Mit ähnlichen Outfits tritt er auch in seinen anderen Videos auf.

00:24:48: Er bietet dem Gerichtsvollzieher ein Kaffee an Setzt sich im Schräg gegenüber auf einer Sitzbank.

00:24:55: Sein Ton ist höflich doch wirklich ernst will er den Gerichts Vollzieher nicht nehmen.

00:25:00: Er verlangt den Dienstausweis, fotografiert beide Seiten ab.

00:25:11: Der Knackpunkt ist zu diesem Zeitpunkt braucht es noch gar keinen unterschriebenen richterlichen Beschluss.

00:25:18: Wie der Spruch hätte Wolfgang Plan schon lange einlegen können doch er hatte etliche Schreiben ignoriert.

00:25:25: Das versucht ihm der Gerichtsvollzieher auch immer wieder zu erklären.

00:25:30: Doch Plan sieht es trotzdem anders.

00:25:38: Gleichzeitig sagt er aber auch, er würde ohne richterlichen Beschluss dazu genötigt werden Geld zu bezahlen.

00:25:49: Plan ist der Meinung – Der Vollstreckungstitel sei formal falsch ausgestellt.

00:25:55: Er besteht auf ein unterschriebenen Beschluss.

00:25:58: Um seine Ansichten zu untermauern will er sogar ins Gesetz geschaut haben.

00:26:16: Dann steht Wolfgang Plan auf, läuft durch das Zimmer!

00:26:19: Er nimmt sein Geldbeutel, holt ein Bündel Scheine hervor und wirft es vor dem Gerichtsvollzieher auf den Tisch.

00:26:26: Um zu demonstrieren dass er angeblich genug Geld hat.

00:26:36: Die Diskussion wird hitziger.

00:26:38: Wolfgang Plan sagt er würde das Geld bezahlen möchte aber festhalten dass er dies unter Zwang mache.

00:26:53: Er verweist also nicht auf ein deutsches Gericht, sondern auf den Hague in den Niederlanden.

00:26:59: Dort gibt es zwei Gerichte – den Internationalen Gerichtshof, da geht es um Streitigkeiten zwischen Staaten und dem internationalen Strafgerichtshof.

00:27:09: Dort werden Völkermord Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit verhandelt.

00:27:14: Das Wolfgang Plan, dort Anzeige erstatten will ist nicht nur skurril.

00:27:19: Juristisch ist es auch quatsch!

00:27:21: Denn als Privatperson kann er dort gar keine Anzeigen erstatten.

00:27:46: Dass sich nicht der Bundesrepublik Deutschland zugehörig fühlt sondern denkt erlebe in seinem eigenen Staat zeigt ein anderes Video.

00:27:55: Wieder kommt ein Gerichtsvollzieher zu ihm um Schulden einzutreiben.

00:27:59: Begleitet wird er von zwei Polizisten

00:28:02: Auf meinem Staatsterritorium.

00:28:04: verbieten

00:28:05: Sie

00:28:06: gar nichts.

00:28:16: Sein Staatsterritoriums?

00:28:18: Das ist für ihn sein Grundstück, er nennt es der Startplan.

00:28:23: Die Grenzen seines Staates hat Wolfgang Plan mit Farbe markiert.

00:28:27: Er hat eine gelbe Linie um seinen Grundstücken gezogen.

00:28:30: auf mehreren Schildern heißt das Betreten verboten.

00:28:35: Alle Versuche des Gerichtsvollziehrs, die Situation zu deeskalieren sind vergeblich.

00:28:41: Er muss ohne Erfolg wieder abziehen.

00:28:43: Wolfgang Plan schreit ihm hinterher.

00:28:57: Im Startplan gelten andere Regeln.

00:29:00: Auf seinem Briefkasten steht Regierungsbezirk Wolfgang.

00:29:04: Mein Wort ist Tiergesetz, daneben ein Hinweis auf Videoüberwachung.

00:29:09: Auch das Wort Abfall schreibt er später auf sein Briefkasten.

00:29:14: Doch auch im Starteplan ärgert man sich scheinbar über die Banalitäten des Alltagslebens Denn auf dem Briefksten prang auch die Worte Bitte keine Werbung einwerfen.

00:29:26: An Behörden verschickt Er selbst schreiben mit dem Titel Allgemeine Handels- und Gebührenordnungen.

00:29:33: Dieses Schriftstück soll festlegen, wie die Behörden mit seinem Staatplan umzugehen haben.

00:29:40: Später schreibt er dem Landrat in seinen Worten, Um Missverständnisse zu vermeiden, er möchte als Botschafter des Staates plan Wolfgang aus der Familie Plan angesprochen werden.

00:29:53: Im Mai Zwei Tausend Sechzehn verfasst Wolfgang Plan den sogenannten Pakt mit dem absoluten Staatplan.

00:30:04: Der Staat sei durch den Heiligen Auftrag ausgerufen, um für Gerechtigkeit zu sorgen.

00:30:13: Was Wolfgang Plan damit genau meint, hätten wir ihn am liebsten selbst gefragt.

00:30:18: Auch hätten wir ihm gerne gefragt wie er heute – zehn Jahre später über den Tag denkt an dem er elfmal auf Polizisten geschossen hat!

00:30:26: Nach wochenlangem Hin und Her ist es zu diesem Interview nicht gekommen….

00:30:31: weil wir seine Bedingungen nicht akzeptiert haben.

00:30:35: Er wollte alle Fragen vorab erhalten und die Aufzeichnung später ganz oder nur in Teilen frei geben.

00:30:42: Umgekehrt, wollte er das Interview mit allen Fragen und Antworten ebenfalls aufnehmen und den Inhalt ganz nach Belieben veröffentlichen.

00:30:51: Das bedeutet Wolfgang Plan und nur er entscheidet was veröffentlicht wird.

00:30:58: um dies ganz klar zu sagen dass es PR Also Öffentlichkeitsarbeit.

00:31:04: So wird beispielsweise in Unternehmen ein Image aufgebaut, der Unterschied zum Journalismus.

00:31:10: wir recherchieren prüfen und ordnen Infos ein um die Öffentlichkeit unabhängig zu informieren.

00:31:18: Bei einem Verstoß fordert Wolfgang Plan übrigens eine Vertragsstrafe in Höhe von Zweiundzwanzigtausend Euro Immerhin zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung.

00:31:34: Mit seinen Ansichten ist Wolfgang plan nicht alleine.

00:31:37: Vernetzt ist er auf Facebook, unter anderem mit dem ehemaligen Mr.Germany und bekennenden Reichsbürger- und Selbstverwalter Adrian Ursache.

00:31:46: Auch ihn nennen wir mit vollem Namen, weil auch er sich durch seine Tat zu einer Person der Zeitgeschichte gemacht hat.

00:31:54: Dieser hat in Sachsen-Anhalt seinen Staat Ur ausgerufen!

00:31:58: Im August zwei Tausendsechzehn schmieden Adrian Ursacher und Wolfgang Plan ein Pakt.

00:32:04: In Schnörkelschrift versprechen sich das Hausplan und das Haus-Uhrunterstützung.

00:32:09: Wirtschaftlich, politisch und militärisch heißt es da.

00:32:14: Zur Unterstützung sollte es schon bald kommen.

00:32:17: Denn als die Behörden im August zwei tausendsechzehn wegen einer Grundschuld das Grundstück räumen wollen auf dem Adrian Ursache den Staat ur ausgerufen hatte ist auch Wolfgang Plan vor Ort sowie rund hundertzwanzig andere UnterstützerInnen.

00:32:34: Sovor hatte Adrian Ursache einem Gerichtsvollzieher im Internet mit Mord gedroht.

00:32:40: In einem Fernsehinterview sagt er, jetzt gelte Kriegsrecht!

00:32:45: Einen Tag später – am fünfundzwanzigsten August zwei Tausendsechzehn kommt es zur Eskalation.

00:32:51: Als das SEK das Haus von Ursache stürmt bedroht dieser die Beamten mit einer Waffe.

00:32:57: Dann kommt es zu Schießerei.

00:32:59: Ursache verletzt mehrere Beamte teils schwer.

00:33:02: Auch er selbst wird niedergeschossen und kommt schwer verletzt in ein Krankenhaus.

00:33:07: Wegen versuchten Mordes, wird er vom Landgericht Halle zu sieben Jahren Freiheitstrafe verurteilt.

00:33:14: Das alles passiert zwei Monate bevor Wolfgang Plan im Georgungs-Münd auf Polizisten schießt.

00:33:21: War Adrian Ursache ein Vorbild für ihn?

00:33:24: Im Jahr hier wird Ursache wieder aus dem Gefängnis entlassen.

00:33:28: Kurz nach seiner Entlassung gilt er weiterhin als gefährlich!

00:33:33: Wir im Rückblick seine Tat bewertet und welche Theorien er heute auf TikTok verbreitet.

00:33:39: Damit beschäftigen wir uns ausführlich in der dritten Folge unseres Podcasts.

00:33:57: In Sachsen-Anhalt ist Wolfgang Plan hautnah dabei, wie sein bekannter Adrian Ursacher auf SEK-Beamte schießt.

00:34:04: Doch auch in Georgens Gmünd spitzt sich die Situation im Sommer zwei Tausend Sechzehn immer mehr zu.

00:34:11: Das Wolfgang Plan sich vom deutschen Staat abgewendet hat, dessen Mitarbeiter in den Harsch angeht bleibt nicht unbemerkt.

00:34:18: Schließlich stellt er selbst Videos davon ins Internet.

00:34:22: Diese Videos sieht auch Herbert Eckstein der damals Landrat in Rot ist

00:34:28: und erst wieder an Informationen gekommen sind von einem

00:34:32: Film im YouTube

00:34:35: dass ein Gerichtsvollzieher nicht ins Haus klassen hat.

00:34:38: das hat er selber reingestellt hat.

00:34:40: uns glaube ich der Startschutz.

00:34:42: Da hat meine Mitarbeiter der Staatsschutz aufmerksam gemacht.

00:34:45: Also da ist irgendwie was, schau dir mal an... Was da los ist und wie das

00:34:50: geht.".

00:34:50: All diese Vorgänge führen dazu dass das Landratsamt schließlich entscheidet Wolfgang Plan die Waffenerlaubnis zu entziehen.

00:34:58: Sein Jagdschein wird für ungültig erklärt.

00:35:01: Denn wer in Deutschland legal eine Waffe besitzt muss nachweisen, dass er auch charakterlich dazu geeignet ist.

00:35:08: Das heißt, wer eine Waffe hat muss Gesetzestreu sein und darf nicht extremistisch eingestellt sein.

00:35:15: Diese Zuverlässigkeit sehen die Behörden bei Wolfgang Plan nicht mehr als gegeben – er muss seine Waffen abgeben!

00:35:23: Das sind zehn Büchsen, fünf Flinden, sieben Pistolen, sechs Wechselsysteme für Pistole und zwei Revolver.

00:35:30: So steht es im Urteil.

00:35:32: Aber freiwillig will er Sie nicht herausrücken….

00:35:36: Erst lässt er den Beamtinnen über seine damalige Mitbewohnerin ausrichten, er wohne nicht dort.

00:35:42: Später argumentiert Plan gegenüber den Beamtenen das Waffengesetz gelte nicht auf seinem Staatsgebiet.

00:35:49: Dem Landratschreib Wolfgang Plan, er wolle die Angelegenheit klären – Zitat ohne dass ein Mensch zu Schaden kommt.

00:35:58: Doch ihm die Waffen abzunehmen gestaltet sich nicht so leicht.

00:36:06: hat der Mitarbeiter und die Mitarbeiterinnen sind nicht mehr zwei Leute gesagt, sie können da nicht mehr hingehen.

00:36:11: Also da braucht man dann die Polizei jetzt am

00:36:13: Ziffer.".

00:36:15: Allein wollen die MitarbeiterInnen des Landratsamtes nicht mehr zu Wolfgang Plan gehen.

00:36:20: Sie bitten die Polizei um Unterstützung Und die Beamten in den Wissen dass sie ein Mann aufsuchen sollen Der staatliche Behörden nicht anerkennt, der sich gegen die Abgabe seiner Waffen wehrt und er über ein großes Waffenasenal verfügt.

00:36:35: Sie müssen jetzt eine Gefährdungsanalyse durchführen.

00:36:39: Ab dem Zeitpunkt entscheidet Herrn die Polizei, wann gehen wir hin?

00:36:42: Wann gehen wir rein?

00:36:43: Was machen

00:36:43: wir?".

00:36:44: Der Einsatz soll vom SEK Nordbayern durchgeführt werden.

00:36:48: Dieser Einheit gehört Daniel Ernst an.

00:36:52: Das SEK – das Spezialeinsatzkommando ist schon eine ziemlich hohe Eskalationsstufe.

00:36:59: Diese Einheiten werden immer dann eingesetzt, wenn die Polizei von einer besonderen Gefährdung ausgeht.

00:37:06: Etwa weil sie mit erheblichem Widerstand rechnet zum Beispiel von bewaffneten Personen.

00:37:12: Damit rechnen Sie offensichtlich auch bei Wolfgang Plan.

00:37:35: In den Tagen vor dem Einsatz wird Wolfgang plan immer nervöser.

00:37:39: So erzählen es seine Nachbarinnen.

00:37:42: Er soll etwas geahnt haben mutmaßen sie Seine NachbarInnen soll er erzählt haben dass In den nächsten Tagen etwas passiert.

00:37:51: Immer wieder sehen sie fremde Autos im Wohngebiet, das fällt in einem Ort wie Georgensgmünd auf vor allem weil Wolfgang Plan in einer Sackgasse wohnt.

00:38:01: Im Nachhinein sind Sie sich sicher Das waren Polizistinnen in Zivil.

00:38:07: Am siebzehnten Oktober werden nachts die Straßenlatern abgeschaltet.

00:38:11: Auch das fällt den AnwohnerInnen auf und auch Wolfgang plan.

00:38:15: Gegenüber seiner Mitbewohnerin sagt er Die werden doch jetzt nicht hier irgendwo einmarschieren.

00:38:23: Vier Tage vor der Tat geht Wolfgang Plan in einen recht besonderen FKK-Club in Nürnberg, dort gibt es sogar Pokertische.

00:38:31: An einem dieser Tische erzählt er erst dass Deutschland eine GmbH sei und für ihn deren Gesetze nicht gelten würden.

00:38:38: Schließlich sei er kein Angestellter dieser Deutschland Gmbh.

00:38:43: Deswegen zahle er auch keine Steuern soll Plan gesagt haben so wie es im Urteil heißt.

00:38:48: Dann sagt Plan, dass er demnächst mit einem Besuch der Polizei oder vom SEK rechne.

00:38:54: Er habe viele Waffen zu Hause!

00:38:56: Wenn die versuchen reinzukommen würde er ein paar von denen mitnehmen.

00:39:01: Der Kartengeber des Pokertischs wird später zum zentralen Zeugen in der Beweisaufnahme.

00:39:08: Vier Tage später schießt Wolfgang Plan auf die SEK-Beamten.

00:39:13: Daniel Ernst verstirbt Stunden danach an seinen Verletzungen.

00:39:17: Zwei weitere Beamte werden verletzt.

00:39:19: Den Polizeieinsatz in Georgungs-Gmünd haben wir ausführlich in Folge eins unseres Podcasts besprochen.

00:39:33: Im August, zwei Tausend siebzehn fast genau ein Jahr nach der Tat steht Wolfgang Planen in Nürnberg vor Gericht.

00:39:40: die Anklage lautet Mord Versuchter Mord und gefährliche Körperverletzungen.

00:39:47: Sein Prozess findet vor dem Schwurgericht des Landgerichts Nürmberg Fürth statt im historischen Saal.

00:39:54: sechshundert Schwere Kronleuchter hängen von der Decke.

00:39:58: Die Wände sind mit Holz und grüne Marmor verkleidet, die Richter sitzen erhöht vor dem Angeklagten.

00:40:05: Über ihnen hängt ein überdimensioniertes Kruzifix.

00:40:08: Fast sieben Meter hoch ist der Raum, zweihundert sechsundvierzig Quadratmeter groß.

00:40:14: Das Wolfgangplan an genau diesem Ort angeklagt wird ist bemerkenswert Denn genau dort, in diesem Saal fanden von nineteenhundertfünfundvierzig bis neunzehnhundertneunundviertzig die Nürnberger Prozesse statt.

00:40:28: Heute ist es der berühmteste Gerichtssaal der Welt!

00:40:32: Er wird nicht extra für Plan ausgesucht.

00:40:34: Jahrzehntelang wurde hier über Mord und Totschlag verhandelt – heute gehört er zum Memorium Nürnenberger Prozess.

00:40:43: Hier wurde das moderne Völkerstrafrecht begründet und die Grundfesten für unser Verständnis von Rechtsstaatlichkeit geschaffen.

00:40:50: Genau diesen Staat lehnt Wolfgang Plan ab – und damit auch seine Justiz!

00:40:57: Nun muss er sich vor dem Schwurgericht verantworten, vor drei Richterinnen und Richtern sowie zwei Chefen.

00:41:04: ihm gegenüber sitzen im Gerichtssaal Viola & Jürgen Ernst, die Eltern des getöteten Daniel Ernst.

00:41:11: Vertreten werden sie von Rechtsanwältin Monika Goller aus Nürnberg, die ausschließlich Nebenklagevertretungen übernimmt.

00:41:19: Nach fast einem Jahr treffen die Eltern des getöteten Polizisten erstmals auf den Mann der ihren Sohn erschoss.

00:41:26: Wie Sie die Stunden nach der Tat erlebten und wie Sie heute noch um Ihren Sohn trauern – darüber reden wir in Folge vier ausführlich mit Ihnen!

00:41:42: Konkret ein Fall.

00:41:43: jetzt kann ich mich erinnern, dass es von Zeiten der Eltern eine stille Trauer war.

00:41:56: Keine rachige Lüste keine Wut.

00:42:00: Ich kann mich sehr gut erinneren das ist öfter Situation in dem ganzen Verfahren gab wo ich mir gedacht

00:42:07: habe

00:42:08: woher nehmen diese Eltern nur die Kraft das alles durchzustehen.

00:42:15: Schon seit twenty-fünf Jahren ist Monika Goller Opferanwältin.

00:42:19: Das ist kein Prozess wie jeder andere werden würde, weil ihr schon von Anfang an klar erzählt sie.

00:42:25: Also tatsächlich war es so dass schon allein nach erhaltener Akteneinsicht und Aktenstudium für mich klar war das da keine Entschuldigung und kein Geständnis zu erwarten sein wird.

00:42:38: Das war schon klar aufgrund der Ermittlungsergebnisse und wäre im Wunder gleichgekommen, wenn er nach Verlesung der Anklage dazugestanden hätte und gesagt hätte.

00:42:48: Ja so war das.

00:42:49: tut mir leid ich habe wirklich missgebaut Ich möchte mich entschuldigen usw.

00:42:53: Ihre Vorahnung sollte sich bestätigen Denn Wolfgang Plan zeigt ein recht bizarres Verhalten.

00:43:01: Also gleich zu Beginn des Prozesses hat der Wolfgang P. Auf Ansprache durchs Gericht Für sich dann reklamiert, er will nur mit Mensch Wolfgang angesprochen werden.

00:43:12: Das ist mir nach sehr guter Erinnerung.

00:43:14: Weil für mich in dem Moment eigentlich klar war, in welche Richtung wird dieser Prozess gehen?

00:43:20: Also man wird keinen Funken von Reue oder Einsicht erwarten können.

00:43:28: Nicht als Wolfgang Planbiller angesprochen werde sondern als der freie Mensch Wolfgang.

00:43:34: Dieser sitzt zu diesem Zeitpunkt bereits seit einem Jahr in Untersuchungshaft.

00:43:39: Es ist zu erwarten, dass er noch lange Zeit im Gefängnis verbringen wird.

00:43:44: Auch sonst verhält sich Plan während der Verhandlung zumindest ungewöhnlich.

00:43:50: Als einziger steht er nicht auf wenn das Gericht hereinkommt so wie es sonst üblich ist.

00:43:55: Das Gericht ignoriert das und Wolfgang Plan lächelt die ganze zeit.

00:44:02: In Erinnerung ist mir natürlich auch das ständige Grinsen des Täters im Verlauf der Verhandlung sehr gut geblieben.

00:44:11: Man hat damals den Eindruck gewonnen, dass er nach wie vor mit sich und seiner Tat vollkommen zufrieden ist und er sich in der Rolle des Helden sieht, der jetzt dem Staat und den Organen so richtig gezeigt hat.

00:44:28: Also da kann ich mich noch sehr gut daran erinnern?

00:44:31: Dabei steht für ihn viel auf dem Spiel.

00:44:34: Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, er habe in seiner Wohnung auf der Lauer gelegen – in Schutzweste und bewaffnet mit einer Pistole und einem Messer mit zwölf Zentimeter lange Klinge neben dem Bett.

00:44:45: Um möglichst viele Polizisten zu töten!

00:44:49: Seine Verteidiger hingegen sehen höchstens eine fahrlöse Getötung.

00:44:53: Sie vertreten die Ansicht, Wolfgang Plan sei im Schlaf überrascht worden und habe die Ereignisse dieses frühen Morgens nicht als Polizeieinsatz erkannt.

00:45:02: Stattdessen habe er die Beamten für Einbrecher gehalten.

00:45:06: Das ist relevant weil er damit nicht als politisch motivierter Täter dasteht.

00:45:12: Obwohl das natürlich so gar nichts zu den Drohungen passt, die Wolfgang plan in den Tagen zuvor äußerte umzuklären Ob Wolfgang Plan wirklich erkennen konnte, dass es sich um einen Polizeieinsatz handelt wird ein Vororttermin an dem Haus angesetzt das noch immer Wolfgang plan gehört.

00:45:30: Das ist besonders denn nur sehr selten werden solche Termine bei Gerichtsprozessen durchgeführt.

00:45:36: Es ist eine absolute Ausnahme.

00:45:38: Fast ein Jahr nach der Tat soll an seinem Haus in Georgensk-Münd rekonstruiert werden ob Wolfgangplan wirklich die Rufe der Polizisten hören konnte aber wirklich das Blaulicht sehen konnte.

00:45:51: Um sechs Uhr morgens, fast genau ein Jahr später – damit die selben Lichtverhältnisse herrschen wie am Tag der Tat – kommen also die Richterinnen und Richter, die Chefen, der Staatsanwalt, die VerteidigerInnen und der Angeklagte in Georgenskmünz zusammen.

00:46:07: Dort sieht alles noch so aus wie am Takt der Tat!

00:46:10: Das Glas der Wohnungstür von Wolfgang Plan ist zerbrochen.

00:46:14: An den Wänden sieht man Einschusslöcher.

00:46:16: So beschreibt Monika Goller, die als Opferanwältin auch vor Ort war, den Termin.

00:46:20: Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass wir das Haus betreten haben und meine erste Wahrnehmung war das getrocknete Blut von Daniel.

00:46:31: Und da bin ich tatsächlich nach all den Jahren das allererste Mal in meine Grenzen gestoßen.

00:46:37: Ich weiß noch, dass ich kurz innegehalten habe und überlegt hab, packst du das?

00:46:44: Wirst du diese Bilder wieder los?

00:46:46: Es war ja unverändert!

00:46:49: Man hat die Einschüsse gesehen, die zerbrochene Tür zur Wohnung des Wolfgang P.

00:46:55: Normalerweise wird im kühlen Gerichtssaal über die Tat gesprochen – ganz abstrakt!

00:47:01: Vor Ort fühlt es sich anders an, erinnert sich Monika Goller.

00:47:06: Es war also auch tatsächlich so dass man bei diesem Ortstermin die Beklommenheit im Raum quasi hätte greifen können Und es macht sehr wohl einen Unterschied, ob man im Sitzungssaal Tatortbilder oder Obduktionsbilder ansieht.

00:47:27: Oder ob man vor Ort ist am Ort des Geschehens.

00:47:32: Konnte Wolfgang Plan erkennen?

00:47:34: Ob es sich um ein Polizeieinsatz handelt?

00:47:37: Dazu hat Monika Goller eine eindeutige Meinung.

00:47:41: War ganz deutlich zu hören!

00:47:44: Was soll denn auch um die Zeit fünf Uhr morgens für Hintergrundgeräusche sein?

00:47:49: Also in Georgens Münd, bitte schön.

00:47:51: Wenn früher um fünf Uhr da Blaulicht ist und diese Rufe der SEK-Beamten waren eindeutig zu hören.

00:48:00: Kein Zweifel!

00:48:03: Zu dieser Überzeugung wird das Gericht am Ende auch kommen.

00:48:07: Doch Wolfgang Plan und seine Verteidigerinnen bleiben bei ihrer Erzählung.

00:48:11: Von einem Polizeieinsatz will er nichts gemerkt haben... Stattdessen habe Plan gedacht, der dritte Weltkrieg breche aus.

00:48:19: Er habe sich entscheiden müssen ob er Zitat Held oder Arschloch sein wolle.

00:48:26: Dann wird der Betreiber des Pokertisch als Zeuge aufgerufen an dem Wolfgang Plan in einem FKK-Club wenige Tage vor der Tat gespielt hat.

00:48:36: Der erzählt Plan habe zu ihm gesagt dass er demnächst mit einem Besuch der Polizei oder vom SEK rechnet Er sei Sportschütze und habe eine ordentliche Anzahl an Waffen zu Hause.

00:48:51: Dabei soll Wolfgang Plan mit erhobener Hand eine wahrnende Geste gemacht haben, er soll die rechte Hand gehoben mit ausgestrecktem Zeigefinger geschüttelt haben.

00:49:02: Das könnte man als angedeuteten Schuss verstehen.

00:49:06: Durch diese Aussage des Zeugen ließ sich diese Einlassung oder diese Legende das Tee, dass er hätte gedacht, da bricht jetzt jemand in sein Haus ein und er befindet sich in einer Notwehrsituation.

00:49:18: Lies ich damit natürlich überhaupt nicht mehr Aufricht

00:49:20: erhalten.".

00:49:27: Ein psychiatrisches Gutachten soll Klarheit bringen ob Wolfgang Plan schuldfähig ist.

00:49:33: Das heißt war Wolfgang plan zum Zeitpunkt der Tat in der Lage das Unrecht seiner Tat zu erkennen?

00:49:42: So ein Gutachten ist bei einem Tötungsdelikt quasi Standard.

00:49:46: Wer eine Straftat begeht, beispielsweise weil er in diesem Moment im Wahn war oder Halluzination hatte, ist unter Umständen nicht schuldfähig.

00:49:56: Insgesamt sieben Mal trifft sich ein forensischer Psychiater mit ihm und führt zum Teil lange Gespräche.

00:50:02: Gerne hätten wir auch mit dem Arzt gesprochen!

00:50:05: Der wurde zwar damals für die Hauptverhandlung von seiner Schweigepflicht entbunden damit er im Prozess berichten konnte Heute darf er aber aus Datenschutzgründen nicht mehr über das Gutachten sprechen.

00:50:17: Vor Gericht berichtet der Gutachter, Wolfgang Plan habe sich schon seit langer Zeit Sorge um steigende Kriminalität und Übergriffe durch Institutionen gemacht.

00:50:27: In seinem Keller habe er Vorräte gehortet Darunter tausend Liter Diesel.

00:50:33: Er habe große Angst vor einem dritten Weltkrieg gehabt.

00:50:36: Die Entscheidung auf die Polizisten zu schießen, habe er bewusst getroffen.

00:50:41: Erst im Nachhinein sei ihm klar geworden, dass es die falsche Entscheidung war.

00:50:46: Erklärt er Gutachter vor Gericht.

00:50:48: Im Prozess sagt der Arzt Wolfgang Plan zeige ungewöhnliche und abnorme Gedankengänge Er habe eine auffällige Persönlichkeit Sei leicht kränkbar.

00:50:59: Plan wirkt mit all sein Verschwörungstheorien.

00:51:01: Wir Symptome einer psychischen Erkrankung kann er aber nicht feststellen.

00:51:07: Er kommt zu dem Schluss, dass Wolfgang Plan nicht an einer schweren psychischen Erkrankung leidet.

00:51:14: Seine Reichsbürgerüberzeugungen, seine keine Warenvorstellungen oder Halluzination sondern eine bewusst vertreten ideologische Weltsicht.

00:51:23: auch das Schädelhirntrauma, was sich bei einem Verkehrsunfall viele Jahre sofort zugezogen hatte schränkt vielleicht seine Leistungsfähigkeit – nicht aber seine Denkfähigkeit ein.

00:51:35: Die Opferanwältin Monika Goller erinnert sich auch heute noch, neun Jahre später daran wie sie Wolfgang Plan und seine Überzeugungen erlebte.

00:51:44: Dieser Wolfgang plan hatte einen totalen Realitätsverlust.

00:51:51: Er hat in einer Parallelwelt gelebt Sich natürlich im Recht gefühlt ganz klar Und hatte keinerlei Bezug mehr zum realen Leben.

00:52:03: da konnte man diese Gedankengänge, die man in anderen Verfahren vielleicht noch in einer gewissen Art und Weise nachvollziehen konnte bei ihm überhaupt

00:52:15: nicht.

00:52:36: Im Beratungszimmer des Saals Sechshundert an dem Tisch, an dem die Richter damals über die Nazi-Kriegsverbrecher urteilten sitzen auch die Richterininnen und Richter und die Schöffen im Jahr zwei Tausend Siebzehn und beraten über Wolfgang Planen.

00:52:51: dann betreten sie den Gerichtssaal.

00:52:55: Als das Urteil verkündet wird, erheben sich alle im Gerichtssaal.

00:53:00: Alle Prozessbeteiligten auch das Publikum nur nicht Wolfgang Planen der einmal mehr zeigt was er von dem Verfahren hält.

00:53:11: als einziger bleibt er sitzen.

00:53:14: davor hatte er den Saal schon mit einem breiten Grinsen betreten verließ die vorsitzende Richterin dass urteilen.

00:53:23: über eine stunde lang erklärt sie wie das gericht abgewogen hat Und wie es letztendlich zu seiner Entscheidung gekommen ist.

00:53:32: Das Gericht folgt der Auffassung des Gutachters.

00:53:36: Die Reichsbürger.

00:53:36: Phantasien von Wolfgang Plan werden die Richterinnen und Richter als ideologische Radikalisierung, und nennen ihn voll schuldfähig.

00:53:45: Wolfgangplan sei zunehmend in seine eigene staatsfeindliche Gedankenwelt abgedriftet.

00:53:52: Deswegen ist er auch voll verantwortlich für seine Taten.

00:53:56: In der Urteilsbegründung heißt es Der Angeklagte hat sich ein System geschaffen, in dem er so handeln darf wie er es sich vorstellt.

00:54:06: Wolfgang Plan ist schuldig – er hat einen Mord begangen!

00:54:10: Auch für zwei versuchte Morde mit gefährlicher Körperverletzung wird er schuldigt gesprochen.

00:54:15: Dafür wird er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt die er in der JVA Straubing verbüßt.

00:54:29: Im Rückblick sind viele Wahnsignale offensichtlich Seine Vorstellung von einem eigenen Staat zum Beispiel, seine Ablehnung der Bundesrepublik.

00:54:39: Seine Drohungen in Richtung der Polizei und das in Verbindung mit der Tatsache dass er einund dreißig Waffen besaß.

00:54:46: Doch mit seinen Ansichten ist er nicht allein.

00:54:51: Wir blicken genauer auf die Reichsbürgerszene.

00:54:54: Wer sind diese Menschen die den Staat ablehnen?

00:54:56: Die zum Teil der Auffassung sind wir alle leben im deutschen Kaiserreich Und wie gefährlich sind sie heute?

00:55:03: Wir nehmen unseren

00:55:05: gesetzlichen Auftrag sehr ernst

00:55:07: und uns ist

00:55:12: dieses Ereignis von Georges Gmünd, der Tod des Kollegen wirklich in den Knochen gesteckt.

00:55:18: Dabei schauen wir noch einmal genauer auf den ehemaligen Mr.

00:55:22: Germany- und bekennenden Reichsbürger Adrian Ursache – und den SEK-Einsatz auf seinem Grundstück.

00:55:29: Verfolgen wir die Spuren einer bewaffneten Reichsbürgergruppe nach Oberfranken, die vorhatte den Bundestag zu stürmen und die Regierung zu stützen.

00:55:38: Die Gruppe Reus.

00:55:40: Na ja, Polizeieinsatz das war schon ... Das war schon außergewöhnlich.

00:55:44: Ich bin aus einem Heim gekommen du kannst die Straße überhaupt nicht mehr zufahren.

00:55:48: Da war ja überall alles zu!

00:55:51: Und wir sprechen mit den Eltern des getöteten Essika-Beamten Daniel Ernst.

00:55:56: Sie erzählen was für ein Mensch er war Und wie sie die Stunden nach dem Einsatz in Gerungsgmünd erlebten.

00:56:04: Ich würde jetzt einfach nur gerne

00:56:07: zu meinem Sohn reingehen und schauen, wie es ihm geht.

00:56:09: Nein, sagt er, setzen Sie sich doch mal hin!

00:56:14: Sie sagen uns?

00:56:15: Wie Sie bis heute um ihn trauern... ...und wie Sie heute über den Mann denken der ihren Sohn tötete.

00:56:21: Das ist also der erste

00:56:23: Riff.

00:56:24: da entschuldigt er sich wirklich immer und

00:56:27: immer wieder.

00:56:30: Host dieses Podcasts bin ich Franziska Wagenknecht.

00:56:34: Projektleitung Lukas Geschlab und Lena Woelki Showrunning Robin Walter und Karolin Heilig Recherche Alexander Brock Tobias Lang Ulrike Löw und Lydia Piechulik.

00:56:48: Skript Antonia Haberberger, Karolin Heilig und Janik Westerweller.

00:56:54: Schnitt- und Produktion Jonas Lange Musik Lukas Graf Abgründe ist ein Podcast vom Verlag Nürnberger Presse.

00:57:03: Danke, dass ihr zugehört habt!

00:57:05: Neue Folgen gibt es immer Freitags.

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